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§. 73.
Die Königin Maria hatte sich durch ihren standhafte» Todden ehrenvollen Ruf einer Märtyrin der katholischenKirche bis auf den heutigen Tag erworben, dagegen suchte Eli-sabeth der Schande dadurch zu entgehen, daß sie Unwissenheitvorschützte. Sic affectirte das höchste Erstaunen nach Vollziehungdes UrtheilS, schwur, daß sie geglaubt habe , der Befehl zu dieserProcedur sey noch in Davisons Händen, sie brach in Thränenund Wehklagen aus und schwur, um die Komödie vollständig zumachen, den Ministern Rache, weil sie ihr Vertrauen mißbrauchtund ihre Vollmacht überschritten hätten, indem sic, ohne ihr Wis-sen und Willen, ihre gute Schwester, die Königin von Schott-land, dem Tode überliefert haben. Die Glocken Londons ver-kündeten darauf den Bürgern Londons dieß freudige Ercigniß,und zahlreiche Feuerwerke erleuchteten dag Dunkel der darauffolgenden Nacht. Doch wurden die Minister entlassen, und Da-vison —' in den Tower geschickt. An dem französischen Hofesuchte sie sich durch Unwissenheit über das Vorgefallenc zu entschul-digen. Die abgcsctztcn Minister kamen aber bald wieder in dievorige Gunst. Nur Davison blieb im Tower, und verlor seinVermögen. Selbst ihr Günstling, der Graf Esser, verwendetesich späterhin vergebens für ihn.
Der königliche Prinz Jakob weinte, als er den Tod seinerMutter vernahm, und sprach von nichts als von Rache. DochElisabeths Freunde am schottischen Hofe beruhigten ihn, indemsie ihm die Aussicht auf den englischen Thron vorschmeichelten.Dem französischen König Heinrich III. versprach die englischeKönigin Geld und Beistand, und bctheuerte durch mehrere Eideihre sogenannte Unschuld. — Niemand also ahndete dieschandvolle Procedur gegen die unglückliche Maria!...
Doch bald drohete von Seiten Philipps von Spanienein anderes Ungewitter. Elisabeth war die Hauptstütze derAufrührer in den Niederlanden. Seine Klagen beantworteteman mit Sophismen, und er ertrug alle bisherigen Beleidigungenmit einem seltnen Glcichmuth. Der Weltumsegler FranzDrake erlaubte sich unter der Autorität der Königin eigenmäch-