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Als sich die Grafen entfernt hatten, brach ihre Dienerschaftin Klagen und Wehmuth aus. Sie sprach ihnen aber Muth zuund sagte: „Jetzt ist es nicht Zeit zu weinen, sondernsich zu freuen. In wenigStundcn werdet ihr dasEnde meinerLeiden sehen. Der Graf von KenthatdaSGeheimniß verrathen, daß me in e R eligion d ieeigentliche Ursache meines Todes ist. Seyd alsogefaßt, und überlaßt mich meiner Andacht."
Nach einem langen Gebete wurde sie zum Abendessen gerufen.Sie aß wenig und trank auf die Gesundheit ihrer Dienerschaft,bat solche um Verzeihung, falls sie je gegen sie unfreundlich gewesensey, und jene thaten ein Gleiches. In der daraus folgenden Nacht,der letzten ihres Lebens, ordnete sie ihre häuslichen Angelegen-heiten, setzte ihr Testament auf, und schrieb noch an ihren Beicht-vater, dann an ihren Vetter Guise und an den König von Frank-reich. Dann betete sie mit ihren Kammerfrauen, und suchte TrostLn der Leidensgeschichte ihres Heilandes. Gegen vier Uhr begabsie sich zur Ruhe, sie schlief aber nicht, sondern schien im Gebeteversunken zu scpn.
Als der verhängnißvolle Tag endlich herannahte, las sie derDienerschaft ihr Testament vor, vertheilte unter dieselbe ihr Geldund ihre Kleider, und nahm alsdann von ihnen Abschied. Her-nach begab sie sich mit ihnen in ihr Oratorium, wo Alle sich derAndacht überließen.
Mitten in der großen Halle des Schlosses ward ein Schaffsterrichtet, welches schwarz behängt war. Gegen sieben Uhr wur-den die Thore geöffnet. Die Edelleute der Grafschaften zogenmit ihren Leuten ein, und PawletS Wache vermehrte ihre An-zahl ohngefähr auf zweihundert Köpfe. Vor acht Uhr wurde zurKönigin geschickt. Sic antwortete: „in einerhalben Stundewerdesiebereit sep n." — Endlich trat der Scheriff ins Ora-torium. M aria stand auf, nahm das Crucistr mit der rechtenHand vom Altar, das Gebetbuch mit der linken Hand. Die Diener-schaft durfte ihr nicht folgen, und sie ertheilte ihnen Allen ihrenSegen. Als die Königin fort war, ertönte der Saal von demJammergeschrei der Zurückgebliebenen. An der Treppe fand sie