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Die Uebelgesinnten erregten bald wieder eine Verschwörung,indem sie die Königin Maria absetzen und die Elisab eth ausden Thron erheben wollten. An der Spitze stand HeinrichDudley, ein Anverwandter des enthaupteten Herzogs vonNordhumbcrland. Elisabeth hatte versprochen, mitzuwirkcn,und selbst das sranzösische Cabinct Heinrich V. versprach,Beistand zu leisten! . . . Der schändliche Plan wurde aber vcr-rathen. Obgleich Elisabeth dadurch sehr compromittirt wor-den war, so sprach sie Maria aus Philipps Anrathen— dennoch frei, und sie schenkte ihr sogar als Zeichen der Ver-söhnung einen Ring. Als sie sich aber in eine zweite Verschwörungverwickelte, wurde sie bis zu Mariens Tode sorgfältig bewacht.
Frankreichs schändliche Politik reizte endlich Philipps Zorn,und der Krieg wurde erklärt. Er vereinigte sich in Flandern mitspanischen und deutschen Truppen. Herzog Philipp von Sa-voyen stand an der Spitze des Heeres. Die Alliirten siegtenunter englischen Fahnen bei St. Ouentin (1557)') auf dieglorreichste Weise. Allein nachher bemächtigten sich die Fran-zosen der Stadt Calais, w elch eS die Engländ er mehrals zwei Jahrhunderte lang besessen batten (1558).Die Königin war darüber so betrübt, daß sie noch auf dem Sterbe-bette sagte: „wenn man ihr die Brust öffnete, so würdeman das Wort Calais in ihrem Herzen cingegra-ben find en." —
t) Philipp ließ zum Andenken dieses Sieges in der Provinz Se-govia das weltberühmte Schloß und Kloster El Escnrial erbaue»,welches aus einer Menge von Gebäuden, Zimmern, Höfen und Gärtenbesteht. Die prachtvolle Hanptkirche enthält 24 Altäre und 8 Orgel».Unter dem Hochaltäre ist das Pantheon, die Bcgräbnißhalle spa-nischer Könige. Es bildet ein Achteck und die Wände sind mit schwar-zem Marmor bekleidet. Das königlich spanische Wappen ist aus lauterEdelsteinen zusammengesetzt, so daß beim Kerzcnglan; die Strahlen-pracht das menschliche Auge beinahe nicht anshaltcn kann. Auch ent-hält diese Todtenhallc ein Crucifir aus weißem Marmor mit einerFigur über Lebensgröße, ein Meisterstück des Benvennto Cellini.Trotz all dieser Herrlichkeit erinnert dieser stille Ort an die Vergäng-lichkeit aller menschlichen Dinge