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Leidenschaften noch die Geistesgaben in ihm entwickelt haben,obgleich man behaupten wollte, daß er in zarter Jugend dieMeisten seines Alters an Fähigkeiten übertrosfcn habe. In denRatssitzungen hatte er, nachdem er vorher über das Verkom-mende unterrichtet worden war, seinen Vortrag auswendig gelernt,und seine hohe Weisheit wurde alsdann von den Lords gepriesen.Seine Umgebung machte ihm „die Pest des Papismus"verhaßt, und obschon er einer eigenen Bcurtheilung nicht fähigwar, so wurde in ihm die Anhänglichkeit für die reformirtc Lehre im-mer mehr angeregt. Unter dieser schwachen Negierung sank Eng-lands Ansehen ungemein, und im Innern des Landes verbreitetesich Armuth und Unzufriedenheit. Das neue ReligonSsy-stem beförderte nichts weniger als die Sittlichkeit. Viele Ehenwurden eigenmächtig aufgelöst, da die geistlichen Gerichte ihrAnsehen verloren hatten, sa selbst die berühmtesten rcformirtenPrediger Kor, Latimer rc. re. bekennen, daß die Reichen dieLeiden der Armuth gleichgültig betrachten, daß in den kothigenStraßen von London die Bettler lagen, die sonst von barmherzigenKlöstern unterstützt wurden.
Maria.
4Öö3 — 4oo8.
§. 65 .
Als König Eduard seinen Geist aufgegcben hatte, verschwiegNordh umberland mit seinen Genossen dessen Tod, mit denener sich verschworen hatte, sich der Person der Lady Maria zu ver-sichern, denn er, als der reichste Untcrthan im Lande, hatte vonihr nicht viel Freundschaft und Schutz zu erwarten, und er fürch-tete nicht nur seine Aemter zu verlieren, sondern auch seine zusam-mengescharrten Schätze wieder herausgcben und seinen Ehrgeizvielleicht auf dem Schaffst büßen zu müssen. Er baute vorzüg-lich auf die Vermählung seines Sohnes des Guilsord Dudleymit Lady Johanna Gray, der Enkelin von Heinrich VIII.Schwester, der Maria'). Zwar nach einem Parlamentsbe-
1) Johanna Grap war nämlich die Tochter der Maria (früher-