Druckschrift 
Geschichte von England
Entstehung
Seite
174
Einzelbild herunterladen
 

174

Warwick fuhr im Geiste der neuen Reformatoren fort. Derstandhafte Bischof Bon net von London wurde abgesetzt, eben soGardiner, Bischof von Winchester, und wurde im Tower innoch strengere Verwahrung gebracht. Noch andere Bischöfe hattengleiches Loos, da man vorschlug, die kostbaren Altäre durch Tischezu ersetzen, wodurch man sich aufs neue zu bereichern suchte,welchem Beschlüsse sich diese Männer widersctzt hatten. Endlichschickte der König sogar, seine Schwester, die Prinzessin Maria,in den Tower, weil sie sich zu dem neuen Gottesdienste nichtbequemen wollte. Der König errichtete setzt auch Ketzerge-richte. So wurde Johanna Bacher aus Kent durch Feuerhingerichtet, weil sie das wahre Wesen der Gottheit Christiläugnete.

Obgleich der Herzog von Somerset wieder begnadiget worden,so gericth er alsbald in eine neue Untersuchung, indem sein Hei-rathsprosckt, den sungcn König mit seiner (nämlich Somersets)dritten Tochter, der Lady Seymour zu verbinden, scheiterte,und er auch vergebens nach dem vorigen Protektorat trachtete,worin ihm sein Feind, der Graf von Warwick, entgegen war.Somerset suchte sich zu rächen, und verband sich mit Andernzum Untergang seiner Feinde, indem er noch dadurch gereizt wer-den mochte, da Warwick den Titel eines Herzogs von Nord-humberland erhielt. Somerset kam wieder in den Tower,und wurde angeklagt, er habe die Absicht gehabt, den Nord-humberland zu ermorden. Er entschuldigte sich, daß er nurden Vorsatz dazu gehabt habe, er wurde aber dennoch, einer Ver-schwörung schuldig, angeklagt und endlich enthauptet (1552).

Als der Erzbischof Cranmer anstat des canonischen Rechtsein geistliches Gesetzbuch verfertigte, welches unter dem Namenre/ormaUo lsAum bekannt ist, sing König E d u-

ard, der an den Masern und Pocken gelitten hatte, allmälig an,an der Lungensucht zu leiden. Seine Leiden wurden noch ver-mehrt, indem er eine Quacksalberin statt Aerzte gebrauchte, dahersprengten Nordhumbcrlands Feinde, als der König wirklich starb,das Gerücht aus, als habe er seinen Herrn vergiftet (1553).

Von diesem Fürsten muß man bekennen, daß sich weder die