173
neuen Regenten, worin er ihn Gottes Amtsverweser undStatthalter Christi nennt. Er ermahnte ihn zu einemgerechten Regiment, damit sein Ruhm lebe bis ans Ende derTage. Dieß sagte der Schmeichler in dem Augenblick, wo ersein Vermögen aus fremdem Eigenthum vergrößert hat, denn erund seine Genossen wurden bei dem neuen Regierungswechselbeschenkt mit Würden und Ländereien geistlicher Güter. Sowurde auch Hcrtford zum Grafen von Somerset erhoben,der sich endlich ganz unabhängig machte.
Man suchte nun auch, um noch den Rest geistlichen Gutes ansich zu reißen, die reformirte Lehre mit Vorsicht einzusühren.Der Erzbischof Cranmer fand aber an dem Bischof Gardinervon Winchester, der den von Heinrich gestifteten Kirchenlch-rcn anhing, einen unverzagten Gegner, der dem Cranmer vor-warf: „Habe Heinrich geirrt, so hätte er bei dessenLebzeiten nicht sollen nachgegeben haben, undwenn ich alsBischos vonWinchesterderneuen Lehrewillfahren würde, so wäre ich der größte Schuftvon einem Bischof." Dennoch wurde nun durch eine Billdas Abendmahl unter beiderlei Gestalt auSgetheilt, der Bilder-dienst aufgehoben, und die Messe in englischer Sprache gelesen.Gardincr erklärte sich srcimüthig dagegen, darauf wurde erin den Tower geschickt. Man führte nun eine allgemeineLiturgie ein, welche vom Parlament angenommen und dasCölibat aufgehoben wurde. Diese Neuerungen führten jedochEmpörungen herbei, und zwölf der Rädelsführer wurden gehenkt.Man verlangte die Wiedereinführung des alten Gottesdienstes.Bei Viertausend sielen thcils in der Schlacht, theils durch dieHenker. Diese Insurrektionen führten den Sturz des ProtektorsGrafen von Somerset herbei, der sich besonders auch dadurchverhaßt gemacht hatte, weil er auf Unkosten der Kirche und derPrälaten prächtige Gebäude hatte aufführen lassen. Seine Geg-ner arbeiteten gegen ihn an der Spitze des Grafen von W ar-wick, Cranmer re. re. und endlich kam auch er in den Tower.Er flehte um Gnade, erhielt seine Freiheit, verlor aber alle seineAemter und sein ganzes Vermögen.