Stuart, zu vermählen, wodurch er, als natürlicher Vormunddieser jungen Fürstin, hoffte, die Regentschaft über Schottland zuerhalten. Allein während ihrer Minderjährigkeit ernannten dieSchotten den Grafen von Arran, den Jakob Hamilton, alsnächsten Thronerben zum Regenten. Es kam jedoch zu einemKriege mit Schottland, welcher nicht ersolgereich war, der jedochmit Einschluß deö französischen Krieges ein unbegreifliches Ge-heimniß enthüllte, nämlich die große Armuth Heinrichs, denman bisher für den reichsten Monarchen Europens gehaltenhatte. Alle bisher geraubten Kirchenschätze konnten seine Verle-genheit nicht tilgen, und er forderte eine Subsidie um die anderevon seinen — liebenden Unterthanen. Ja er verschlechtertesogar die Münzen.
Heinrich vermählte sich jetzt mit seiner sechsten Gemahlin,mit Katharine Parr, Wittwe des Lords Lutimer. Diesebot ihm hinsichtlich theologischer Streitigkeiten die Spitze, undlaS sogar verbotene Bücher. Heinrich befahl daher späterhin,Klagepunkte gegen sie aufzusetzen. Als sie solches vernahm, ver-fiel sie in Krämpfe, und stieß ein Jammergeschrei aus. Entwe-der aus Mitleid, oder weil der Lärm ihm unangenehm war,schickte er ihr seinen Arzt, und tröstete sie nachher. Am Abendkam sie mit ihrer Schwester zu ihm, lenkte das Gespräch wiederauf Religion, bewunderte seine theologische Gelehrsamkeit underklärte, sie wolle mit blindem Gehorsam sich seinen Aussprüchenunterwerfen. „Nein, nein, bei der heiligen Maria,"rief der König aus, „ich kenne Dich zu gut; Du bistein Doctor, Käthe!" — Sie erklärte ferner, wenn sie zu-weilen ihm zu widersprechen wagte, so wollte sie ihre Meinungnicht durchsetzen, sondern ihn bloß unterhalten; weil sie bemerkthabe, daß er in der Hitze des Streites seine körperlichen Schmer-zen zu vergessen scheine, die ihn quälten. „Ist es so, Süß-liebchen," sagte er, „dann sind wir wieder Freunde."— Als am andern Tag der Kanzler mit der Wache kam, umsie zu verhaften, wurde dieser — mit heftigen Vorwürfen fort-geschickt.
Der König wurde aber immer gebrechlicher, während die