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Anrufung Gottes und seiner Engel, daß sie nie gefrevelt habe ander Treue gegen ihren Herrn und Gemahl.
Verurteilungen ohne vorhergegangcnen Proceß waren fetztschon herkömmlich, aber eine That gerichtlich bestrafen, die bisherdurch kein Gesetz als ein Verbrechen erklärt worden war, warbisher ohne Beispiel.
s. 62.
Was bisher Heinrich in England in Religionsangelegenheitendurchgcfochten hatte, das erreichte er, freilich nicht ohne Grausam-keit, auch in Irland; denn auch hier wurde er zum Ober-haupt der irischen Kirche erklärt. Er hatte dieß vorzüglichdem Lord Gray zu danken. Dennoch wurde dieser wegen schlech-ter Verwaltung, wie man vorgab, zurückberufcn. Er bekanntesich entweder aus Furcht oder in Hoffnung auf Begnadigung fürschuldig, und für seine bedeutenden Dienste wurde er enthauptet.Irland wurde hieraus von dem Range einer Herrschaft zu einemKönigreich erhoben.
Auch in Schottland wollte unter dem jungen König Ja-kob V. der englische König diesen seinen Neffen für seine Lehre,wiewohl vergebens, gewinnen. Der englische Missionär nanntedaher Jakobs geistliche Räthe „pestilenzialisch e Creatu-ren des Papstes und Gliedmaßen des Teufels." —Das schottische Parlament erließ endlich mehrere Gesetze zu Gun-sten des alten Glaubens und der geistlichen Suprematie. End-lich suchte Heinrich Gewalt zu gebrauchen. Die Schotten wurdenvon den Engländern geschlagen, und sie verloren vier und zwan-zig Geschütze, zwei Grafen, fünf Barone, zweihundert Edelleute,und achthundert Krieger wurden gefangen. Uebcr diesen Verlusttief bekümmert, gab König Jakob, als Folge eines heftigen Fie-bers und Gemüthsbcwcgung, auf dem einsamen Falkland seinenGeist auf (1542). Acht Tage vorher gebar seine GemahlinMarie, Tochter des Herzogs von Guise, die liebenswürdigeaber unglückliche Maria Stuart.
Nun beschloß Heinrich, seinen Sohn, den Prinzen Eduard,mit dieser unmündigen Königin von Schottland, mit Maria