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Geschichte von England
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Parteien sich immer mehr anfeindeten. Im Parlament klagte erbitterlich über die religiösen Zwistigkeiten, welche jedesKirchspiel zerreißen, und er machte dadurch seiner Kirchenver-befserung ein schlechtes Lob. Er klagte, daß die Schuld theilSam Clcrus, theils an den Weltlichen läge, die so gern ihre geist-lichen Vorgesetzten tadeln. „Predigt Jemand," sagte er,„verd erbliche L ehren, so zeigt es uns an. Ich höremit Betrübniß, wie die Bibel in den Wirths-undBierhäusern bestritten und falsch ausgelegt wird.Das weiß ich gewiß, daß die christliche Liebe nieschwächer, noch ein tugendhaftes und gottseligesLeben weniger unter Euch im Schwünge war, unddaß niemals Christen weniger Gott dienten." —

s. 63.

Der König wurde, als Folge übermäßig genossener Tafelfreu-den, ungeheuer dick, so daß er sein eigenes Gewicht nicht mehrtragen konnte, und er durch Maschinen von einem Zimmer indas andere transportirt werden mußte. Ein veraltetes Geschwüram Schenkel bedrohte sein Leben. Seine Phantasie wurde be-ständig von Besorgnissen für seinen Erben, den elfjährigen SohnEduard gequält. Er ließ noch zuletzt den liebenswürdigen,sehr gebildeten Hofcavalier, den jungen Herzog Norfolk,hinrichten, weil er in Verdacht war, nach der Krone zu streben,obgleich er durch Rechtsgründe seine Unschuld nachwies. — Auchdem ehrwürdigen Vater desselben wollte er gleiches Schicksalbereiten; allein den Tag vorher starb der König, und das Urtheilwurde nachher von der Maria umgestoßen.

Wenig Gewisses ist von seinen letzten Lebensaugenblickcn be-kannt. Noch soll er aus Anrathen Gardiners sich mit demPapste haben versöhnen wollen, denn mehrere am Hofe neigtensich heimlich zur Lehre der Reformirten. Den Bischof vonRochcster, seinen Beichtvater, hatte er immer bei sich. Einigesagen, er sey in Verzweiflung, Andere, er sey auf das erbaulichstegestorben. So viel ist gewiß, er starb als Despot, der dieRechte seiner Unterthanen mit Füßen trat, und vorzüglich schlug