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kennen lernen, und mit dem Kopfe die Vermessenheitseiner Zunge bezahlen.
Darauf ließ er nochmals in Nom anfragcn, ob der heiligeStuhl nicht aus StaatSrücksichtcu einem Fürsten erlauben könne,gleich den alten Patriarchen zwei Frauen zu haben, von denennur Eine öffentlich anerkannt und als Königin behandelt würde;allein der Papst erwiedcrte: er würde dem König rechtgern zu Willen seyn, er könne aber Katharinen nichtverweigern, was die gewöhnliche NechtSform erhei-sche, und alle Liebkosungen und Drohungen der englischen Agen-ten fruchteten nichts.
Endlich lud das Parlament den König und die Königin wegendes SchcidungSprocesscS vor, während ersterer die Königin vorhernach Greenwich geschickt und Anna an seinen Hof gezogen hatte.Katharina erschien, protestirtc aber gegen ihre Richter, undappellirte an den Papst. Sie warf sich endlich dem König zuFüßen und sagte: „Sir, ich flehe Euch an, Mitleid mitmirzu haben, einer in diesem Lande sremdenFrau,die keinen zuverlässigen Freund und keinen unpar-theiischen Rathgeber hat. Ich rufe Gott zum Zeu-genan, daß ich jederzeit Euer treues und rcchtschaf-feneS Weib war; daß ich mir beständig zur Pflichtgemacht habe, zu thun nach Eurem Gefallen: daßich Alle geliebt habe, die Ihr liebtet, mochte ichUrsache dazu haben oder nicht, mochten sie meineFreunde oder meine Feinde seyn. Ich bin langeJahre Eure Gattin gewesen; ich habe Euch vieleKinder geboren. Gott weiß, daß ich eine Jung-frau war, als ich mich ehelich mit Euch verband,und ich fordere Euch auf, nach Eurem Gewissen zusagen, ob es nicht so ist. Giebt es ein Vergehen,welches mir zur Last gelegt werden kann, so willich mich mit Schande bedeckt, entfernen, giebt eS kei-nes, so bitte ich Euch, erweiset mir Gerechtigkeit."— Nach einer tiefen Verbeugung entfernte sie sich. Ein GerichtS-beamtcr wollte sie zurückrufen; sie gieng aber fort und sagte zu