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Geschichte von England
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eine mündliche Eontrovcrse zu verwickeln, scheiterten. Cajetanerklärte: „er scy nicht zum Disputiren gekommen, son-dern er wolle Luthern als Freund ermahnen, seinenJrrthümcrn zu entsagen; er sey als Vater bereit,ihn als reuigen Sobn wieder aufzunehmen." — Ineiner von Cajetan, Staupitz, Linz, dem vertrauten FreundeLuthers, und Urbano, dem Gesandten von Montserrat, abge-haltcnen Bcratbung und Uebcreinknnft hoffte man, dem Aerger-niffe ein Ende zu machen, ohne die Ehre des heiligen Stuhls oderden Charakter des Professors bloß zu stellen; allein die Leicht-gläubigkeit deS Cardinals unterlag der Unredlichkeit seiner Geg-ner. Obschon Luther schriftlich Reue bezeugte, reiste er den-noch von Augsburg plötzlich ab. Er ließ ein Schreiben zurück,in welchem er von keinem Widerrufe etwas wissen wollte, sichjedoch bereitwillig erklärte, dem Aussprüche des bciligcn StublcSzu gehorchen.

Bald aber zeigte es sich, wie wenig redlich er es meinte. Leostellte in einer Bulle die Lehre vom Ablasse ans Licht; „daß derPapst, als Stattbalter Christi und Nachfolger desheiligen Petrus, die Gewalt besitze, Gläubigen,die im Stande der Gn.ade sich befänden, aus ange-messenen Beweggründen gewisse Ablässe zu erthei-lcn, durch welche ihnen zeitliche Strafen nach gese-hen würden, die sie für ihre Sünden verdient hät-ten." — Luther, statt sich zu unterwerfen, appelliere „von demnicht wohl berichteten Papste" an ein allgemeinesConciliu m.

Sehr gelegen kam ihm damals der Tod des Kaiser Maxi-milian, indem während des Interregnums sein Beschützer,Kurfürst Friedrich von Sachsen, das Reichsvikariatverwaltete. Unter dessen Schutz gieng er in seinem Reformations-ciser immer weiter, wagte sich an die schwierigen Lcbren der G na d e,des freien Willens, der Präd estination, und so wurdees endlich klar, daß er die Kirche Umstürzen wolle, wozuihm die damaligen Zcitverhältnisse günstig zu seyn schienen. DieErfindung der Buchdruckcrkunst gab den Kräften und Leidenschsten