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der Menschen in geistiger Hinsicht eine» neuen Impuls. Esverbreitete sich die Meinung, frühcrhin sey man nicht nur in gei-stiger , sondern auch in bürgerlicher Knechtschaft gehalten worden,die Unterthanen widcrsetzten sich dem Adel, dieser den Fürsten undKönigen, und Luther schürrte diesen Feuereifer durch seine Schrif-ten immer mehr an. Diese Lehren fanden bei Hohen und Gerin-gen um so leichter Eingang, da sie durch die anlockenden Titelvon der christlichen Freiheit, von der babylonischenKnechtschaft der römischen Kirche die Gemütbcr entzündeten.
Noch wählte Leo den Weg der Güte und Sanstmuth, nochsuchte er Luther« durch den sächsischen Edelmann Miltitzzu bereden, der Stimme der Vernunft und des Gehorsams Gehörzu geben. Vergebens aber waren die Ermahnungen und Rath-schläge seines Landsmannes, ja man argwöhnte aus ihren gemein-schaftlichen Mahlzeiten, daß der Abgesandte das Vertrauen desPapstes verrathe. Endlich befahl Leo den Obern der Augustiner,den Halsstarrigen entweder durch Güte oder durch Strenge ausbessere Wege zu bringen. Luther nahm den Schein an, als folgeer; schrieb aber an den Papst einen sehr beißenden und beleidi-genden Brief, stellte sich, als bedauere er den Papst, gab ihm zuverstehen, daß er, der Papst, mitten in den Gräueln Babylonssitze, und sagte ihm bei dieser Gelegenheit die empörendstenBeschuldigungen.
Endlich erließ Leo eine Bulle, in welcher er ein und vierzigPropositionen Luthers für falsch oder ketzerisch erklärte, sie alssolche in seinen Schriften nachwies, und ihm sechzig Tage Bedenk-zeit gab, um seine Jrrthümcr zu widerrufen. Er aber appellirte„von dem gottlosen Richter," so lauten seine eigenen Worte,„von dem Apostaten, dem Antichrist, dem Lästererdes göttlichen Wortes" an die gerechten Entscheidungeneines allgemeinen Conciliums. Gleich darauf führte er vor dieThore Wittenbergs einen Hausen Volks, wo ein Scheiterhaufenerrichtet war. Er warf darauf das canonische Recht, dann dieWerke seiner Gegner, des Doctors und Professors E ck und Ein-sers und Leo's Bannbulle in die Flammen und rief fanatisch aus: