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Geschichte von England
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Doch Luther fürchtete dennoch den Zorn des Papstes, deßhalbschrieb er an diesen einen sehr dcmiithigen Brief, den er mit denWortcnschlvß: „Deßhalb, heiligster Vater, legeichmich Euer Heiligkeit zu Füßen, mit Allem, was ichbin und habe. Mein Leben stchtin Eurer Hand.Rufet oder widerrufet, billiget oder verdammtmich, wie eS Euch gefällt. Eure Stimme werde ichanerkennen als die Stimme Christi, der in Euchwohnt und ans Euch spricht"').

Diese Demutü dauerte aber nicht lange. Bald gcricth er nochauf andere Meinungen und Sätze, wodurch er die Gemüthcr ver-wirrte. So behauptete er zu Heidelberg: „Der Sündenfallhabe die Menschen ihres freien Willens beraubt;der Glaube allein reiche zur Seligkeit hin, undunsre besten Handlungen seven ihrer Natur nachschwere Vergebungen." — DaderBischofvonAskula solcheshörte, erklärte er, als Auditor der römischen Curie, den Luther alseinen Ketzer, und Cardinal Cajetau erhielt als Legat vonDeutschland den Befehl, ihn vorzufordern, und wenn er Reuezeige, ibn zu absolviren, widrigenfalls aber ib» so lange in Ge-wahrsam zu halten, bis von Rom neue Weisung komme.

Nun gcrieth Luther in Angst. Er bat, man möchte ja nichtin Rom, sondern in Deutschland ihn verhören. Von der Univer-sität ließ er sich ein Zcugniß von seiner Moralität und Recht-gläubigkcit geben, und bat den Kurfürsten, eine unterschobeneSchrift, in der ihm ein Paß verweigert wurde, zu unterzeichnenund zurück zu datiren, damit er darthun könne, wie bereitwillig erder Vorladung gefolgt haben würde, hätte sein Landesherr es ihmnicht verboten. Seine Sophismen, mit denen er diese Täuschungzu rechtfertigen suchte, genügten jedoch dem Gewissen des KurfürstenFriedrich nicht, der ihm am Schlüsse des Reichstages nöthigte,nach Augsburg zu geben. Wider Erwarten wurde er daselbstzuvorkommend behandelt, doch seine Kunstgriffe, den Cardinal in

1) Lnth. Werke I. t!6.