Druckschrift 
Geschichte von England
Entstehung
Seite
136
Einzelbild herunterladen
 

136

einen allgemeinen Frieden, und Heinrich willigte sogar in eineeheliche Verbindung seiner Schwester Maria mit dem KönigLudwig, die aber, da letzterer starb, ihrem srühern Geliebten,dem liebenswürdigen Herzog von Sussolk, die Hand reichte(1515). Heinrichs Schwester Margaretha erhielt in Schott-land die Regentschaft und Vormundschaft über ihren kleine SohnJakob V.

Der neue König von Frankreich Franz I. verlangte aberbald wieder das Verlorene, indem er cS mit dem Kaiser Maxi-milian zu thun hatte, der bis Mailand vordrang, nachher aberden Kürzern zog. Die Aufmerksamkeit der kriegführenden Mächtewurde aber jetzt auf eine andere Gefahr hingewendet, da SultanSelim die christlichen Länder bedrohte.

Papst Leo X. starb, und ihm folgte Hadrian VI., der Leh-rer Kaiser Karl V. Mit diesem Herrscher stand König Hein-rich auf einem freundschaftlichen Fuße, um Frankreich dadurch zuschaden. Als Franz I. in der Schlacht von Pavia (1525)geschlagen und gefangen wurde, faßte Heinrich sogar den riesen-haften Plan, Frankreich zu erobern und nachher mit Karin zutheilen. Letzterer verwarf aber dieses Projekt, obgleich solchesseinem Interesse so nahe lag, und seine Feinde ihm bis auf denheutigen Tag den ungerechten Vorwurf machen, als habe er mitunersättlicher Ländergier eine Universal -Monarchie grün-den wollen! —

§. 54.

Jetzt aber versetzte ein anderes Ereigniß, mehr als der ita-lienische Krieg, die Länder EuropenS in eine große Bewegung,eS waren die religiösen Umwälzungen, wodurch in mchrern Ländernder herrschende Glaube umgcstürzt wurde. Die christliche Kirchehatte nämlich seit den ältesten Leiten die gröbern Verletzungen dergöttlichen Gesetze mit besonderer Strenge bestraft. Diese Kirchen-strasen wurden zuweilen durch den Ablaß (inckiIZentiii) gemildert.Durch diesen wurden die Bußen abgekürzt, oder in gute Werkeund Gott wohlgefällige fromme Hebungen und Almosen verwan-delt unter Voraussetzung einer wahrhaft reuigen Beicht. So