ches sie in ihre Gewalt bekamen, worauf Julius entfloh. Dar«auf bewirkte Ludwig, daß von der französischen Geistlichkeit unterdem Vorgeben einer Verbesserung der Kirche in Haupt und Glie-dern zu Pisa eine allgemeine Kirchcnversammlung zu Standekommen sollte. Julius aber ließ sich dadurch nicht schrecken, denn erversammelte dagegen ein Concil im Lateran, und sprach überdie fünf Cardinäle, welche jenes gebildet hatten, die Ercommuni-cation aus. Zugleich beklagte sich der Papst bei den andern Mäch-ten über Ludwig, daß dieser sich nicht nur deS HcrzogthnmsMailand bemächtiget habe, sondern auch noch nach dem Kirchen-staate lüstern sep. Nun verband sich Ferdinand von Spa-nien und Venedig mir Julius, dann Maximilian und KönigHeinrich von England in der sogenannten beiligen Ligucgegen Frankreich, und Letzterer erhielt sogar den Titel „Hauptder Liguc" - „ all crchristl i cher König" — den L u d-wig durch sein Schisma verwirkt hatte. Heinrich ließ Ludwigenauffordern, Bologna an den Papst zurückzugeben, dann verlangteer das alte Erbtheil der englischen Krone in Frankreich, und dadas Gesuch unerfüllt blieb, erfolgte eine Kriegserklärung.
In Italien verloren die Franzosen in dem Siege von R a-venna den tapfern Feldherr» Gaston de Felir, nebst zehn-tausend Mann. Sein Nachfolger La Palisse sah sich genöthi-get, Mailand an Maximilian Sforza, den Sokn deS vorigenHerzogs, zu übergeben, da Ludwig ibm keine Unterstützungschicken konnte.
Als aber Julius starb und sein Nachfolger L e o X. die krie-gerischen Angelegenheiten nur schwach betrieb, vereinigte sichLudwig wieder mit den Venctianern, und Fervinand vonSpanien ließ sich zu einem Waffenstillstand bewegen. Heinrichaber machte einen Einfall in Frankreich, wobei ihn Maximilianunterstützte. Die Franzosen wurden in dem sogenannten Spvrü-ge fecht total geschlagen. Zu Gunsten Frankreichs hatte KönigJakob IV. von Schottland einen Einfall ins englische Ge-bict gemacht, obgleich er Heinrichs Schwester Margarethazur Gemahlin hatte, verlor aber in einer gewaltigen Schlachtsein Leben (1513). Ludwig vermittelte endlich durch Leo X.