Nelken gestickt waren. An jeder derselben hing an einem Fadendie Nadel, mit der sie gemacht war. Am Arme trug er ein mitGold reich verziertes Halsband, aus welchem ringsum die goldnenBuchstaben 8. 8. angebracht waren. Er bot dem königlichenVater einen Dolch dar, und bat ihn, das Leben ihm zu nehmen,da er ihm seine Gunst entzogen hatte. Außer diesem häuslichenKummer kränkelte der König und quälte ihn das böse Gewissen.Er litt an einem sehr ekelhasten Ausschlag im Gesichte, was unterdem gemeinen Volke sür eine Strafe des Himmels, wegen derungerechten Hinrichtung des Erzbischofes Seropp, gehalten wurde;auch litt er an epileptischen Anfällen.
Als der König in einem solchen Augenblick bewußtlos dalag,und schon für todt gehalten wurde, trug Prinz Heinrich diekönigliche Krone, die auf einem Kisten neben des Vaters Bettelag, in ein Nebengcmach. Als dieser nun wieder zu sich kam,fragte er zornig, wer die Krone weggctragen habe? Der Prinzsuchte den Vater durch demüthige Worte zu besänftigen, und die-ser sprach seuszend: „Ach, lieber Sohn, welches Rechthabt Ihr auf die Krone, daJhrwißt, daßEuerVa-ter keines hatte?"— „Gnädiger Herr, erwiederte derPrinz, mit dem Schwerte gewannt Ihr sie, und mitdem Schwerte will ich sie behaupten." — Daraufsprach der König mit schwacher Stimme: „Wohlan denn, thutwie es Euch am besten dünkt. Ich stelle den Ausgang Gottanheim, und hoffe, er werde sich meiner Seele erbarmen."
Als er in St. Eduards - Capelle in Westminster betete,überraschte ihn der letzte Anfall, man brachte ihn in das Zim-mer des Abtes, wo er gleich daraus verschied (am 20. März1413). Irgendwo wird erzählt: „Einige von den Leuten, dieden Leichnam des Königs von Westminster nach Canterburp zuWasser bringen sollten, um ihn dort zu beerdigen, hätten denLeichnam bei einem entstandenen Sturm, wie die Schiffsleuteden Propheten Jonas, ins Wasser geworfen, und hätten nach-her den leeren Wagen in Canterburp beigesetzt."
Der König hinterlicß, außer dem ältesten Prinzen Heinrichvon Monmouth, den Thomas Herzog von Clarcnce, den