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Geschichte von England
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Johann und Hunphrey, nebst zweien Töchtern Blanka undPhilippine.

§. 46.

Hinsichtlich der englischen Kirchengeschichte verdient noch be-merkt zu werden, daß unter Heinrich HI. die ersten Hinrichtun-gen wegen des theologischen Verbrechens der Ketzerei Stattfanden. Schon seit der allgemeinen Kirchenversammlung vomLateran 1215 wurde erklärt, was nämlich in allen europäischenStaaten als Gesetz galt: „Neberwiesene Ketzer solle»der weltlichen Macht überliefert werden, um gegensie im Wege Rechtens zu verfahren." — Der Begriffdes Verbrechens stand in jenen Zeiten juristisch fest, und innoch später» Zeiten erklärt Sir Eduard Coke, dieser Sternder englischen Jurisprudenz unter Elisabeths Regierung: „DieKetzerei werdedeßhalb so außerordentlich»»-furcht-bar bestraft, weil,sie ein Verbrechen, nicht gegendie menschliche, sonderngegen die göttlicheMajestät,sey, ein pestartiger Aussatz der Seele, der wegge-schnittenwerdenmüsse, umnichtAnsteckung zuver-breiten. ^ —

Durch die Wycliffiten wurde die englische Geistlichkeit sehrgereizt, obgleich solche eine lobenswürdige Langmuth zeigte. DieNachfolger Wycliffe'S nannten sich wahre, evangelische Pre-diger, die katholische Geistlichkeit dagegen nannten sie falsche Leh-rer, Feinde Gottes, Satans Gesellen. Sie seyen die Urheberder vom Parlamente bewilligten Steuern, wodurch das Volk inArmuth gerietst. Diese Neologen giengen aber noch weiter alsihr Meister, sie erfanden wieder eigene, neue Lehrsätze, unterdenen manche auf den Umsturz der bürgerlichen Ord-nung zielten; einige waren eigentliche Geburten des Unsinnes,und wieder andere sind von der Art, daß die Schamhaftigkeitverbietet, sie anzuführen. —

Heinrich IV. hatte sich bei seiner Thronbesteigung gegen dieLolards erklärt, und er forderte auch die Prälaten auf, diesemUnwesen zu steuern, und nach einer an ihn vom Parlament ge-