Druckschrift 
Geschichte von England
Entstehung
Seite
53
Einzelbild herunterladen
 

53

seine Räthe und schenkte denen seines Vaters sein Vertrauen.Auch entließ er seine Mutter aus der gesanglichen Hast und be-handelte sie als Königin.

Noch bei Lebzeiten des Vaters war er nach dem gelobten Landegezogen und zwar mit dem Könige von Frankreich und mit einemHeere von mehr als hunderttausend Mann. In Messina kamer mit dem französischen König zusammen / gcrieth--aber daselbstmit dem Könige Tankred von Sicilien in Uneinigkeiten. Letz-terer hatte sich nach dem Tode des Königs Wilhelm dieser In-sel bemächtiget. Er hatte auch Wilhelms Vermächtnisse an Kö-nig Heinrich nicht ansbezahlt, ebenso wenig gab er das WitthumJohanna's, Wilhelms hinterlassene Gemahlin und RichardsSchwester, heraus. Ueberdieß vcranlaßte das hochfahrende Be-nehmen der Engländer sehr blutige Auftritte ans dieser Insel, sodaß sogar Messina.geplündert wurde. Endlich gab Tankrednach, und Richard segelte nach der Insel Cypcrn, die er eroberte.Dann kämpfte er in der Schlacht von Jaffa, wo er Wunderder Tapferkeit ausübte. Den Herrn dieser Insel, Isaak vonComene, der sich Kaiser nannte, warf er in silberne Ketten.Richard heirathcte nachher die Berengaria, Tochter Sanchosvon Navarra, der ev aber nicht treu blieb. Da er bei der Be-lagerung von Acre den Herzog Leopold von Oesterreichaufs gröblichste beleidigt hatte, indem er dessen Banner, welchesdieser als der Erste auf der Mauer aufgepflanzt, nachher mit Fü-ßen getreten hatte, kam er auf seiner Rückreise durch Wien, ob-schon er als Pilzes verkleidet war, in Gefangenschaft des HerzogsLeopold. Dieser ließ ihn auf dem Schlosse Dürcnstein an derDonau festsctzen.^ Unterdeß machte die Raubgier Wilhelmsvon Longchaimp, Bischof von Elp, den Richard zum Kanzler,der Papst aber aus Richards Verwenden zum Legaten gemachthatte, den Königin feinem eigenen Lande arm, so daß Wilhelmsich endlich nach der Normandie flüchten mußte. Leopold hattenachher seinen Feind an Kaiser Heinrich VI. ausgeliefert.Nach langen Unterhandlungen erhielt endlich der König seineFreiheit gegen einhunderttausend Mark (1194).

Nach vierjähriger Abwesenheit führte Richard gegen Philipp