verwendete, die den Namen Wcstminsterkirche erhielt. Krank-heitshalber konnte er der Einweihung nicht beiwohnen, und als ergleich darauf starb, wurde er in dieser Kirche feierlich begraben(1066). Dieser gute König war ein Freund des Friedens, den-noch zeigte er sich wachsam, um von außen alle Gefahren abzu-halten. Er liebte und schützte die Religion, war von seltenerHerzensgute, und erleichterte, wo er konnte, die Lasten seinesVolkes. Er war gegen die Armen freigebig, und beschützte dieSchwachen gegen den Uebermuth der Großen. Er war mehrgeneigt zum Geben, als zum Nehmen, verzieh lieber, als erstrafte, dennoch hielt er mit dem nöthigen Ernst die Gesetze auf-recht. In seiner Lebensweise war er mäßig und prunklos, undsein einziges Vergnügen war die Jagd. Mit seiner Gemahlinlebte er in streng sittlichen Verhältnissen. Die Geschichte er-zählt: „er habe durch bloßes Berühren Kröpfe hei-len können." Papst Alexander III. hat diesen vortrefflichenKönig , nach dessen Gerechtigkeit und Milde die Engländer sichunter dem Despotismus normannischer Könige so oft sehnten,heilig gesprochen, und ihm den Beinamen der Bekenner ge-geben. Des Königs Gemahlin war die schöne Editha, vonder die Chrouikenschreiber sagen: „Sie war eine Rose unterden Dornen." — Sic war neben ihrem frommen tugendlichenWandel nicht ohne literarische Kenntnisse.
Diese Regierung war aber nicht ohne Leiden, denn es wü-theten Pest, Viehseuchen, und sogar durch ein Erdbeben wurdeEngland erschüttert.
Harold.
1068 .
§. 29.
Der Ansprüche des Prinzen Edgar mit dem BeinamenEtheling, der letzte männliche Nachkomme aus dem GeschlechteCerdic's, wurde gar nicht gedacht. Sterbend soll KönigEduard, einem Gerüchte zufolge, dem Harold die Nachfolgezugesichert haben, und alsbald wurde er zum Könige ausgerufen.