Druckschrift 
Geschichte von England
Entstehung
Seite
32
Einzelbild herunterladen
 

Er war Schwager des Königs und Sohn des mächtigen GrafenGodwin. Edgar ließ sich dagegen mit der Grafschaft Ox-ford absinden. Allein dem neuen König arbeitete der nor-mannische Herzog Wilhelm entgegen, dem Harold früherhin,um sich aus der Gefangenschaft zu befreien, zugeschworcn hatte,ihm zur Krone behiilflich zu seyn. Nnn entschuldigte er sichaber damit, daß er zu diesem Eide gezwungen worden wäre,und ihm eben so wmig die Krone gehöre. Das Schwert mußtealso entscheiden. Mit Wilhelm verband sich Harolds, eigenerBruder, Tostig, der früherhin wegen Unruhen geächtet wor-den war, und Harald Hardrada, König von Norwegen;Beide aber blieben in der mörderischen Schlacht von Stram-fordbridge am Derwent, wo König Harold siegte. Nochnach fünfzig Jahren war der Boden weiß von den Gebeinender Erschlagenen.

Endlich kam Wilhelm aus der Normandie mit einemstattlichen Heere von 50,000 Mann Reiter und einer MengeFußvolk. Die Engländer brachten die Nacht lärmend zu, dieNormänner aber mit Beten. Krieger aus Bretagne, Bur-gund und andern Provinzen Frankreichs hatten sich mit ihnenvereiniget, die man glaubend machte, sie seyen aufgefordert,die Sache des Rechts gegen den Usurpator, und die Sacheder Religion gegen einen meineidigen Verräther, gegen Ha-rold, zu verthcidigen. Wilhelm griff ihn bei Senlec, neunMeilen von Hasting, an. Die Normänner begannen dieSchlacht mit dem Rufe:Gott ist unsre Hülfe!"der mit dem Gegenrufe:Christi Kreuz! das heiligeKreuz!" erwiedert wurde. Auch sangen sie das Lied vomtavfern Roland. Die Schlacht dauerte den ganzen Tag. DieEngländer hielten mannhaft aus, doch verlor Harold seinebeiden Brüder, Gurth und Leofwin. Kurz vor dem Un-tergang der Sonne traf auch ihn ein Pfeil ins Auge, er sankzu Boden und mit ihm der Muth der Seinigen. Wilhelmaber siegte nur mit großem Verlust. Die Mutter des KönigsHarold bot für den königlichen Leichnam so viel Gold, als er