68
Da nun dieses Institut seiner innersten Natur nach ein reinreligiöses ist, somit auf rein kirchlichem Boden sich bewegt, soist es unerläßlich, daß es auch den Normen unterworfen sei, denendie übrigen religiösen Orden unterstehen. Und hierin befolgt mannur das, was im Malteser-Orden zu allen Zeiten als Regel aner-kannt war, wo der Bischof oon Malta Sitz und Stimme im h.Conzilium hatte. Es müssen daher die Ordinarien der einschlägigenDiözesen davon in Kenntnis; gesetzt, und ihr Wohlwollen für dasUnternehmen gewonnen werden. Wir müssen als gehorsame, lieb-reiche Söhne der Kirche vor ihnen erscheinen, uns mit ehrfurchts-voller Bitte um ihren Rath, ihr höheres Licht, ihre Zustimmungund thütige, energische oberhirtliche Mitwirkung bemühen. Es istferner nöthig, daß einer der Ordinarien Mitglied des Ausschussessei, um in allen vorkommenden Fragen den Ansichten und Grund-sätzen der Kirche gemäß zu handeln. Es würde sich aus der Befol-gung dieser so nothwendigen Maßregel ein inniges Verständnis; undJneinanderwirkcn zwischen der Kirche und der Welt hervorbildcn,welches von jedem aufrichtigen Katholiken nur gewünscht werden kann,da es nur die heilbringendsten Früchte bringen könnte.
Sollte nun der gegenwärtige Krieg in Schleswig-Holstein sichbald seinem Ende nahen, und eine friedlichere Zeit eintreten, sowürde sich für die Genossenschaft der Terziarier eine höchst ange-messene Thütigkeit auf dem Boden bieten, wo der Orden vom h.Johann von Jerusalem sein Entstehen fand und die schönsten Tageseines Berufes zubrachte. Es ist hierauf schon in der ersten Ab-theilung dieser Blätter hingewiesen worden, und zwar mit besonde-rem Nachdrucke. Die Gründe hierfür sind folgenve:
1. Die Sanktuarien des h. Landes haben durch die Gegenwart,das Leben, die Wunder, die Leiden und den heiligen Tod un-seres gcliebtesten Herrn und Heilandes eine ganz besondereWeihe erhalten, und üben dadurch einen mächtigeren, man kannsagen einen magischeren Einfluß auf das Gemüth aus, als an-dere Wallfahrtsorte oder heilige Stätten. Und natürlich. Sogroß der Abstand zwischen unserm göttlichen Erlöser und sei-nen, auch den größten Heiligen ist, so groß ist der Unterschiedder übernatürlichen Gnaden, welche ans diesen Sanktuarienherabströmen, im Vergleiche zu anderen. Es ist dies eine, Al-len bekannte, von Allen angestannte, mit tiefster Dankbarkeit