Druckschrift 
Der souveraine Orden vom Heiligen Johann von Jerusalem und seine Wiederbelebung
Entstehung
Einzelbild herunterladen
 

Historischer Ueberblick.

Als Jerusalem von den Kreuzfahrern unter Gottfried vonBouillon genommen war, fand man daselbst einen frommen RitterNamens Gerhard, der als einfacher Pilger zum h. Grabe gewall-fahret war, vieles auf seiner Wanderung von den Sarazenen gelit-ten hatte, und gerührt von den Drangsalen, die damals alle lateini-schen Pilger im Orient erduldeten, zumal wenn sie von Krankheitenbefallen wurden, sieche und preßhafte katholische Wallfahrer bei sichausgenommen hatte. Diesem Werke christlicher Liebe gesellten sichmehrere Gleichgesinnte bei, und so war eine Art Brüderschaft ent-standen, welche nach der Einnahme der heiligen Stadt mehr undmehr an Ausdehnung gewann durch den großen Zuwachs Hülfsbe-dürftiger im Kreuzheere, und unter gemeinsamen Arbeiten und An-dachtsübungen lebte und wirkte. Gottfried und die übrigen Führerdes Heeres, durchdrungen von der Nützlichkeit und Heiligkeit desWerkes, dotirten diese Brüderschaft mit reichen Mitteln und über-trugen ihr unter andern Schenkungen einen ausgedehnten Platznächst der Kirche vom h. Johannes dem Täufer, wo sich bald eingroßartiges Hospiz erhob, welches mehrere Tausend Pilger fassenkonnte. Wegen der Nähe dieser Kirche nannte man die Brüder,welche das Hospiz bedienten, die Hospitaliter vom h. Johan-nes von Jerusalem. Manche Kreuzfahrer schlossen sich derfrommen Verbrüderung an, und man fuhr fort wie früher, in derPflege der Pilger und Kranken. Allein die allgemeine Unsicherheitund der Kriegszustand des Landes machten es nöthig, ans Schutz-mittel für die Pilger zu denken, welche die heiligen Stätten imLande umher besuchten. Fast alle aus den Kreuzfahrern, welche sichder Brüderschaft angeschlossen hatten, waren Ritter, und als solcheerfahren in den Waffen. Nichts war daher natürlicher, als daß sie