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Pompe nach dem Krimkriege von der gänzlichen Emancipation derRahjas in Kenntuiß gesetzt: sie konnten nun als Zeugen vor Gerichterscheinen gegen Muselmänner, sie konnten nun frei Grundbesitzkaufen und halten, und hatten das unaussprechliche Glück und diehohe Ehre, der Konscription unterworfen zu werden, um so an derSeite der Türken als Ebenbürtige Militärdienste zu leisten undrespective die Bastonnade zu erhalten. Von den ersten Punktenwurde natürlich nichts erfüllt, die daraus bezüglichen Verhältnissewurden nur möglichst noch drückender, da die Aufmerksamkeit aufmanche hier und da milder gewordene Praxis gelenkt war, und die-sen Mißbräuchen mit größerer Strenge entgegen trat. Was aberden Punkt der neuen Errungenschaft der Diplomatie in Bezug aufden Militairdienst betrifft, so waren die Nahjas früher nicht dienst-pflichtig, und zu ihrem großen Glücke, jetzt wurden sie es zu ihremLeidwesen äs furo, die Pforte aber benutzte dieses Recht nur zueiner neuen Erpressung, denn sie verzichtete großmüthig auf dieeffektive Dienstleistung, läßt sich aber dafür eine neue schwere Kopf-steuer als Aequivalent bezahlen. Dieser Fall mag als Norm derWeisheit, Gründlichkeit, der Sachkenntniß, der Aufrichtigkeit und desErfolges diplomatischer Bemühungen dienen! Leider sind wir dahingekommen, daß man kaum noch weiß was größer sei: die Unaufrich-tigkeit und Lüge der Revolution oder die Unaufrichtigkeit und Lügeder Diplomatie. Sie ringen unter einander um die Ehre des Vor-ranges. Ja so weit geht man, daß wo die Pforte den Christen ab-solute Freiheit der Bewegung läßt, nämlich in allem was die Reli-gion betrifft, christliche, ja katholische Diplomatie die Handhabung,Ausdehnung, ihre Kirchen, Lehranstalten, religiösen Korporationenund barmherzigen Stiftungen mit Eifersucht überwacht, in jederWeise hindert, in Fesseln schlägt und oft unmöglich macht, währendsie die Institute modernen Heidenthums im Orient begüustjgt, mitihnen koquettirt und in jeder Weise beschützt.
Rußland macht großartige Anstrengungen zu einer Art religiö-sen Occupation des Landes und unterstützt dieses Unternehmen mitreichen materiellen Mitteln. Ein russicher Bischof, begleitet vonzahlreichen Priestern, Diakonen, Kantoren und Gefolge, hat seineResidenz in Jerusalem aufgeschlagen. Man hat, in einer strategischdie h. Stadt dominirenden Stellung, von einer hohen Mauer um-geben, eine Art drohender Burg erhoben von Dimensionen, welchekolossal zu nennen sind. Sie enthält einen großen Complex von