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Gmeralkapitel zeichnen sich durch einen besonder» Eifer aus, dieseKlosterzncht in lebendiger Wirksamkeit zu erhalten, oder sie herzu-stellen, wo sie gelitten haben mochte. Zugleich wurden die Werkeder Barmherzigkeit in den Hospizen und Krankenhäusern des Or-dens mit einer Liebe und Selbstverleugnung geübt, daß selbst dieerbitterten Erbfeinde der Ritter, die Sarazenen, in gleichzeitigenGeschichtSüberliefcrungen, mit Bewunderung davon erfüllt sind. Undwas man schaffte, was man litt, ans dem Schlachtfelde wie amKrankenbette oder im Pilgerhanse, im Siege oder in der Gefangen-schaft und im Martertode, alles war Blüthe und Frucht am Baumedes Glaubens und der Liebe des Herrn. Denn derselbe Glaube unddieselbe Liebe, durch welche die Ritter zu den glänzendsten Thatenheroischer Tapferkeit begeistert wurden, verlieh ihnen den noch weithöheren Muth und die weit edlere Opferfreudigkeit des Marter-thnms, dessen Tausende der Brüder gewürdigt wurden. So scheuwir nach einer verlorenen Schlacht gegen die Sarazenen sechshundertgefangene Ritter vom h. Johann von Jerusalem, denen man Lebenund Freiheit für die Verleugnung ihres Glaubens versprach, wievon einem Hähern Commandoworte geleitet, niederkniceu, um durchdas Henkerbeil irdischen Ruhm mit der ewigen Palme zu ver-tauschen.
Der Orden war, wie wir bemerkt haben, früh zu großen Be-sitzungen und Einkünften gelangt. Er bedurfte ihrer zur Aufrccht-haltnng des ununterbrochenen Krieges, welcher täglich ungleicher underbitterter wurde, und zum Unterhalte der kolossalen Anstalten fürWerke der Barmherzigkeit, die wir früher erwähnten; die Ritteraber, Obere wie Niedere, lebten ihrem Gelübde der Armuth gemäß,in strengster Einfachheit. Die Güter wurden von Ordensbrüdernverwaltet, in der Regel im Dienst ergraute Ritter. Verwalterngrößerer Besitzungen war die Oberaufsicht über mehrere kleinereübertragen. Aus diesen Centralhäusern bildeten sich die Priorate,ans den Kleineren die Commendcn. Mit den Prioraten waren No-viziats verbunden, um die jungen Ritter in ihren Pflichten zu unter-,weisen. Sämmtliche Einkünfte flössen entweder dem Centralhanseim Orient zn, zur Deckung der dortigen Anstalten und der schwerenKriegskosteu, oder wurden für die provinziellen Bedürfnisse des Or-dens verwendet. Die Verwalter waren nur berechtigt, so viel fürden eigenen Bedarf zurückzuhalten, als mit dem Gelübde der Ar-muth verträglich war.