Druckschrift 
2 (1852) Weltliche Gedichte
Entstehung
Seite
591
Einzelbild herunterladen
 

891

Augu st.

EcuersarLenes Gewand. Kornblumenkranz. Jungfraubringt einen bekränzten Krug und Flachs.)

Semper Augustus heiße ich. Mein Bild,

Das Jungfräulein, zieht in der Sonne GlutZur Erndte, in das goldne Korngesild',

Cyanen winken ihr vom Schattenhut,

Sie blicket wie ein Krieger hinter'»: Schild,

Und zückt die Sense durch die Segcnsflut.

Und nieder finkt vor ihr die Halmenwelle,

Dem Bräut'gam mäht sie zu, drum geht's so schnelle.Der Donner rollt, es steht ein Regenbogen,

So hoch das Herz der Jungfrau sich erhebt,

Seufzt sie vom Strahl des Himmels angezogenWie Petrus, da der Herr verkläret schwebt:Hier lass' uns Hütten bau'n, hier ist gut sein,"Doch meint den ird'schen Bräut'gam sie allein.

Die Wachtel lockt, cs steht ein Regenbogen,

Sanct Laurenz mit dem Roste kommt gezogen,

Und als den fleiß'gen Bräutigam er segnet,

Spricht der:Ein Lied will deiner Gluth ich singen,Wenn mir durch sie die Erndte nicht verregnet."

Der Hcil'ge hilft. Er weiß nur vorzubringen:Laurenzia, schönste Laurenzia mein,

Wann werden wir endlich beisammen sein!"