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2 (1852) Weltliche Gedichte
Entstehung
Seite
583
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Ich bin der Mond, wo sich die Jugend sehntUnd große Schlösser in die Lüste baut,

Wo Mancher sich den hörnen Siegfried wähnt,

Und bringt's zuletzt zu einer Gänsehaut.

Gar rührende Gedanken gehn im Schwang,

Man ist verkannt und will in's Kloster gehn,

Man liebt und bricht und wird nach nicht gar langAuf Sauet Walpurgis Tag bei'm Blocksbergs Tanz gesehnAch, um die Aussicht, sagen, gehn sie Alle,

Doch nur die Einsicht hütet vor dem Falle.

Zuletzt kommt guter Rath selbst im April,

Der von aperire, öffnen, zugenannt;

Thn auf die Hand, wer Gottes Segen will,

Wer da nicht glaubt, ist wie verschlossne Hand,

Für unfern Herrn, der jetzt gen Himmel fährtUnd auch die Ostereier hier bescheert!

Mai.

(Grünes Gewand mit Blumen gestickt. Grüner Zweig. Zwillinge.)

Ich bin der Mai, und führ' das Zwillingszeichen,

Weil Alles doppelt küsset, duftet, blüht.

Und alle Wonnen süß gepaaret schleichenDurch's Blüthenlabhrinth, um Lust bemüht,

Von allen Zweigen Engel Kelche reichen,

O wie geküßt des Lebens Wange glüht!

Ich Hab das Herz so voll, bin so gekränzet,

Daß mir der Gott durch Leib und Seele glänzet,