Druckschrift 
2 (1852) Weltliche Gedichte
Entstehung
Seite
582
Einzelbild herunterladen
 

S82

Mein' Mutter hat gesagt, ich soll,.

Ich soll die Magd verrathen,

Sie backt mir auf den Abend auchDrei süße Osterfladen.

Backt sie mir drei,

Ißt sie mir zwei,

Ja zwei, ja zwei, ja zwei,

Und ich, um einen Fladen nurTreib nicht Verrätherei!

Mein Schatz hat mir gesagt,

Ich soll an ihn gedenken,

Er wollt mir auf den Abend auchDrei süße Küßlein schenken.

Schenkt er mir drei,

Bleibt's nicht dabei,

Bleibt's nicht, bleibt's nicht dabei.

Was schiert der Osterfladen mich,

Was schiert mich's Osterei!

Da trieb ich wieder schon mein Narrenspiel,Doch in April Hab ich mich selbst geschickt,Da Ostern Heuer in den März schon fiel,Hält' ich in den Kalender doch geblickt;

Ich schlage drum euch auf ein ander BuchUnd sag untrüglichen Aprilenspruch:

Herrengunst, Aprilenwetter,

Weiberlieb' und Nosenblätter,

Glänzt, wankt, wechselt, welket viel,Fühl es, wer's nicht glauben will!"