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2 (1852) Weltliche Gedichte
Entstehung
Seite
568
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S«8

Das scheint ein bischen stolz, fällt aus der Demuth StylUnd trifft schier allzufern von dem bescheidnen Ziele,

Da sprach's auf Baseldütsch:Nei, i denk allewilNumme ä ganz bescheide Rölleli ze spiele!"

Doch Sirach spricht:Ein Weib von standhaftem GemüthÄst goldner Säule gleich auf silbernem Gestelle,

Und gleich der Lampe, die auf heil'gcm Leuchter glüht,

Scheint auch ein schönes Weib, das fromm verbleibet, Helle!"

Bist, Veilchen! wirklich von so hoher Abkunft du,

Daß nur das Edelste dir wäre ebenbürtig,

Und daß nur Jenes, dem das Herrliche, kommt zu,

Auch deiner, die von Gottes Gnaden, wäre würdig?

Sprich, Veilchen! Blume, die vom blauen Himmel fiel,

Lehrt uns dein Düften nicht Heiniweh zum höchsten Ziele?Da sagt es Baseldütsch:Nei, i denk allewilNumme ä ganz bescheide Rölleli ze spiele!"

Spiel's allewil; doch auch vom weisen König lern:

Das Haus, die Güter von den Eltern sich vererben,

Doch ein vernünftig Weib kommt eigentlich vom Herrn,

Und die Holdselige wird hohen Ruhm erwerben!

Ein tugendsames Weib ist mehr als Perlen Werth,

Des Mannes Herz darf sich vertrauend ihr ergeben,

Durch deren Fleiß er nie des Unterhalts entbehrt,

Die nur ihm Liebes thut, kein Leides je im Leben!