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2 (1852) Weltliche Gedichte
Entstehung
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Ich wein'und weiß es doch, er lebt, sie werdenIhn finden königlich, Korn reichend in der Noch;

So ist die arme Trauer dieser Erden,

Sie weint bei'm blut'gen Rock, er lebt, bereitet Brod;Fahr Mantel hin! Ich eile mit ErschreckenDem Jüngling nach — Putiphare erfaßtDie Hülle, die ihr fehlt, die Schmach zu decken;

O, ird'sche Freude, du bctrogner Gast!

Wer dir anheimfällt wird ein Ehebrecher,

Wer dir entflieht, den klagt der Mantel an,

Doch sei getrost, es ward der goldne BecherDem Benjamin in seinen Sack gethan.

Fahr Mantel hin! Doch da zum Strom ich eileUnd möcht' mit dem Propheten jenseits sein,

Da fehlt er mir, daß ich den Jordan theile, —

Der Glaube kann nicht ohne Mantel sein.

So bin auch ich entblößt und ohne WaffenMuß ich am Ufer nach der Brücke ziehn,

Muß mit den Andern diesseits, jenseits gaffenUnd sink ermüdet unter'm Kreuze hin.

Da steht der Jüngling auch, der in dem Garten,

Da man den Heiland fing, den Mantel ließ.

Ich will mit ihm der Auferstehung warten,

Die uns der Mensch gewordene Gott verhieß.

Lass ausgesetzt mich in der Sonne Gluten

Bei meinem dürstenden, durchbohrten Heiland stehn.

O Gütigster! mich kühlt dein heißes Bluten,

Dein brechend Auge hat mich angesehn.