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An eine Jungfrau, welche das Rind ihrerverstorbenen Schwester erzog.
Gut' Nacht, gut' Nacht, du Jungfräulein,Mit deinem armen Kindelein!
O selig trunkner Mondenschein,
Du darfst in ihrer Kammer sein!
Was Hab ich armer Mensch gethan,
Daß ich sie nicht g'nug lieben kann?
Gut' Nacht, gut' Nacht, o weine Kind!Da wacht sie auf aus Träumen lind,
Und läuft zu deinem Bett geschwind,
Ob sie dich wohl gedecket find.
Wie wär ich armer Mensch so reich,Dächt sie ein Bischen mein zugleich.
Gut' Nacht, gut' Nacht, mein Herz zerbricht.Sie denkt dabei wohl meiner nicht,
Sie ist ohn' Liebe, lauter Pflicht,
Sie geht mit mir nur in's Gericht;
Wie wär ich armer Mensch so rein,
Spräch sie: „Lieb' mich zu Buß und Pein!"