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2 (1852) Weltliche Gedichte
Entstehung
Seite
501
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SOI

Da zog mein Himmelsschlüsselbein,

Mein Herz, mein Seel', mein du, mein ich,Mein lieb Linum zur Welt herein.

Wie liebte da mein Heiland mich!

Und streuen will ich nun fortan,

Was ich vermag an frommer Zier,

Wohl meinem Linum auf die Bahn,

Sie weiß Wohl, Herr, ich streu es dir!

Ich werf zur Erd' mein altes Kleid,

Brech ab die üpp'gen Zweige mein,

Beginne eine neue Zeit

Und werde wieder klar und rein.

Ich darf nicht länger dumm und blindIn deine lieben Augen sehn,

Ich muß ganz rein, du liebes Kind,

Vor deinem ird'schen Zuge gehn!

Lieb Linum Hab nur guten Muth,

Bleib mir nur treu, ich werd bald fromm,So fromm wie du und still und gut,

Daß ich mit dir zum Himmel komm!

Da reit ich auf der Eselin,

Du setz'st dich auf das Füllen klein,

So ziehn wir mit einfält'gem SinnNach neu Jerusalem hinein!

Sei nur nicht bös, es ist nun so,Der liebe Gott auf's Herz nur sieht,So thust du auch, drum bin ich froh,And geb dir dies einfält'ge Lied.

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