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Erweichet doch, ihr Thränen,
Das Herz, das nie ein ander Herz noch fand,Und euch gebar, ihr Thränen,
Und euch die Tüchlein in die Wiege band, —
Daß es, vor euch, ihr Thränen
Nicht grausam fliehe, fern und abgewandt;
Es gab wohl kaum noch Thränen,
Die ihre arme Mutter so geliebt,
Und doch, o arme Thränen,
Die liebe, süße Mutter so betrübt!
O arme, sel'ge Thränen!
O Liebe, Milde, die so gern vergibt,
Vergib, vergib den Thränen!
Sieh stille zu, es sind die letzten bald,
Wenn ich in Nenethräncn
Ein Tüchlein sterbend in den Händen halt',
Will ich mit treuen Thränen
An's Herz es drücken, das schon überwallt,
Das überwallt in Thränen
Und meine Seel' trägt vor des Richters Thron,
Da will ich euch, ihr Thränen,
Im Tüchlein reichen meines Gottes Sohn,
Daß er sein Blut, ihr Thränen,
Euch mischend, mir die schwere Schuld vergibt,Und zu euch spricht, ihr Thränen:
„Viel ist vergeben euch, die viel geliebt!"