144
Und hastig zieht sie ihn von der Schwelle,
Will mit ihm nach dem Thale gehn,
Die Nacht ist so ruhig, der Mond so Helle,
Der Greis bleibt bei den Rosen stehn.
Und bricht die Rosen, und kniet niederEin Jüngling vor der geliebten Braut,
Sie kann ihn umarmen, und wieder, wieder,
Sie weint so stille und lacht so laut.
„Schlaf wohl! o mein Liebchen, auf scidnem Moose,Die Zeit bringt Rosen, o süße Zeit!
Das Einsiedlerrockchen ist leicht und ist lose,
Der Himmel so nahe, die Welt so weit.
„Auf, auf, o mein Liebchen, ich will uns bringenZur Freude hin, geschwind wie der Wind!"
Und auf die gesattelten Hirsche sich schwingenDer Jüngling und sein getreues Kind.
Es fliehen die Berge, es fliehen die Haine,
Die Städte stehen und sehen nach,
Dann setzt er sie nieder und küßt sie am Rheine —O Liebchen, wer flöhe den Beiden nicht nach!