Und sitzet sie traurig an der Thüre,
So eilen auf verschlungner BahnDie Rehe paarweis, die scheuen Thierc,
Und stehen still und sehn sie an.
„O Zeit, o wolle die Rosen brechen,
Wie einsam ist Liebchen, wie allein,
In Sehnsucht will ihr das Herz zerbrechen,"So schreibt sie oft auf Täfclein.
Und heftet sie dann an die GeweiheDer Hirsche, die sie zahm gemacht,
Und mustert sie ängstlich nach der Reihe,
Ob keiner Antwort ihr gebrachte
Weint Liebesthränen, schlingt durch die LockenSo weltlich den perlenen Rosenkranz,-^
Und schürzt das Röckchen, schmückt ihre SockenMit Waldes Blumen, möcht gern zum Tanz.
Und regen die Büsche im Mond sich Helle,
Und flötet die Nachtigall süß und mild,
So kann sie nicht schlafen, steht an der Zelle,Und glaubet, sie sähe des Lieben Bild.
Umarmt die Bäume mit Liebesgcberde,
Und reicht den blühenden Zweigen die Hand,Und kühlt sich den Busen an kühler Erde,
Und zeichnet sein Bildniß in reinen Sand.