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2 (1852) Weltliche Gedichte
Entstehung
Seite
107
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Laura.

Wer ist es, der nicht schlafen kann? und andreSo frevlend in dem süßen Schlafe störet.

Ein Felsen bin ich, der sein Lied nicht höret;

Er sing', doch packe er sich bald und wandre.

Hyacinlh.

Die Lippe voll Gesang, das Herz voll Zähren,

Sing ich, ein Schwan in seines Todes Ringen,

Und schwieg ich gern, so würde ohne SingenUnd Wiedersingen Liebe mich verzehren.

Laura.

In eurer Schlüsse Wahrheit eiuzudringen

Hab ich nicht Zeit; was seid ihr, wollt ihr, macht ihr?

Geht, Simpelchen, steht nicht die ganze Nacht hier;

Die Dinger, die ich brauch, kann man nicht singen.

H y a c i n t h.

Ein Bettler bittet hier vor eurer Thüre,

Gebt Liebe ihm, und fristet euch ein Leben:

O daß er gleich, o daß er bald euch rühre!

Denn gleich gegeben heißt ja doppelt geben.

Laura.

Wer mir nichts bringt, hat nichts von mir zu hoffen,Dem Mitleid Hab ich längst den Hals gebrochen,

Und ohne Klingen hilft euch hier kein Pochen,

Nur offnen Händen steht die Thüre offen.