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1 (1830) A bis Bl
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838 Blumen (künstliche) Blumenbach

rien, auch wenn die Blumen anders gefärbt sind, häufig rothe Streifen und Flecken !bemerkt worden: Beweise der vorwaltenden Säuerung in der Erzeugung des Honig-saftes. Die weiße Farbe der Blumen läßt sich nur aus der Darlegung des innerstenund zartesten Gewebes erklären, welches nicht einmal einen Kampf mit dem Lichtebestehen kann, sondern sich ihm ganz aneignet. Es werden manche Blumen weiß,wenn sib trocknen, sowie die zartesten weißen Blumen beim Welken sich roth färben:Erscheinungen, welche sich ohne Mühe aus der angedeuteten Theorie erklären lassen.

Wir haben endlich eine Menge violetter Blumen, die als im höchsten Grade ent-säuert betrachtet werden müssen, da der violette Strahl dem rothen entgegengesetzt,und da es leicht ist, eine violette Blume, wie die Veilchen, durch Säuren roth zufärben. Mit der Farbe der Blumen hangt der Geruch derselben auf gewisse Weisezusammen. Da nämlich die Geruchsstoffe durchgehends dem Wasserstoffe angehö-ren, da in der Blume die polarischen Stoffe in den Farben hervortreten: so ist klar,daß auch der Wasserstoff, wo besonders sein Gegensatz, der Sauerstoff, in dem er-zeugten Honigsaft oder in der rothen und gelben Farbe der Blume niedergeschlagenwird, in den Geruchstheilcn sich entwickeln muß. Blumen, die grüne Hüllenhaben, wie die Gräser, und die der Nectarien entbehren, wie diese, sind meistensgeruchlos. Indessen mögen mehre uns unbekannte Umstände diese Regel beschrän-ken. Denn z. B. riecht die biliAell» mit sehr entwickelten Nectarien gar nicht, da-gegen die keseckk», und zwar nur eine Art derselben, mit gleichmäßig ausgebildetenNectarien, den bekannten starken Wohlgeruch verbreitet. Bei der Eintheilung der ,Gewächse nach dem Geschlechtssystem (s. Befruchtung und Pflanzen) leistendie Blumen wesentliche Dienste; denn außer daß bei den meisten die Staubgefäßedie Classe, und die Staubwegc die Ordnung bestimmen, geben die übrigen Theileder Blumen und selbst die Bildung ihrer Geschlechtstheilc, nebst der Beschaffenheitder Frucht, die Merkmale der Geschlechter ab. Inder Architektur, Ma-lerei oder Bildhauerkunst nennt man Blumen Zierrathen, welche diesen Schmuckder Natur wirklich nachahmend darstellen. Chemisch, die feinsten Theile derKörper in trockener Gestalt, nachdem solche das Feuer von den gröbern Theilendurch Sublimation ausgeschieden hat; so geben das Laugensalz, das Spießglas,der Arsenik, Benzoe, Wismuth, Zinn, Metalle, Schwefel, Zink rc. Blumen.Blüthenzeit ist die nach dem Klima sehr verschiedene Periode des Ausbruchs jder Blumen, ehe sie den Samen für ihr ferneres Pflanzenleben bilden. ,

Blumen (künstliche) werden aus Federn, Batist, Tastet, Biscuit, vor-züglich aus den Gehäusen der Seidenwürmer verfertigt. Diese Sorte liefert be-sonders Italien in großer Menge; man nennt sie auch daher italienischeBlumen. Die schönsten Blumen liefert Paris; doch auch in Dresden, Berlin,Wien, Nürnberg u. a. O. werden solche Blumen in großer Vollkommenheit ver-fertigt. Der natürliche Geruch wird den künstlichen Blumen durch das Benetzenmit wohlriechenden Ölen gegeben.

Blumenbach (Johann Friedrich), Dr., Professor undObermedicinalrath.Dieser philosophische Naturforscher gehört gegenwärtig zu den ersten Zierden derUniversität Göttingen, auf der er seit 50 I. mit rastloser Thätigkeit vielbesuchteVorlesungen über Naturgeschichte, Physiologie, Osteologie, vergleichende Anato- ^mie, Pathologie und medicinische Literargeschichte hält. Über beinahe alle diese >Wissenschaften hat er mit trefflichem Blicke ordnungsvoll und bündig geschrieben,und diese Schriften (f. Meusel'sGelehrtes Deutschland") tragen das Geprägeseines eigenthümlichen Genies und haben zum Theil mehre Aufl. erhalten.

Sein meisterhaftes, jetzt aber doch schon in einigen Ansichten veraltetesHand-buch der Naturgeschichte" ist 1825 bereits zum 11. Male aufgelegt worden.

SeinHandbuch der vergleichenden Anatomie und Physiologie" (Göttingen1804) war das erste in Deutschland. Von seinemHandbuch der Physiologie"