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Blume, Blüthe
Sprache vorgetragen. Zuweilen ist sein Witz gemein, die Sprache unrein und dasMechanische des Versbaues verfehlt. Seine sammtl. Werke erschienen Leipzigl 1801 —3,8 Bde.
Blume, Blüthe. Die Blüthen derjenigen Gewächse, welche um derBlüthe willen in Garten gezogen werden, nennt man Blumen. Von Fruchtge-wächsen, z. B. Äpfel-, Birnen- und Pflaumenbäumen, sagtman Blüthen.Botanisch heißt im Allgemeinen Blume: die farbige Hülle der sogenannten Ge-schlechts - oder Befruchlungstheile der Gewächse. Gewöhnlich ist diese Hülle dop-pelt , indem eine äußere, meistens grüne oder weniger gefärbte, sich von der innern! unterscheiden läßt. Die erstere heißt Kelch, die innere aber, welche sich durch zar-tem Bau und meistens durch kürzere Dauer auszeichnet, Corolle oder Blumen-kcone. Nicht selten kommt eine dritte innere Hülle hinzu, die Linne zu den Necta-rien zahlte, z. B. bei den Narcissen unleugbar als eine innere Corolle zu betrachtenist. Macht nur eine einzige Hülle die Blume aus, so ist diese sehr häufig auswen-dig kelchartig und inwendig corollinisch, wie die gemeinen Beispiele der Tulpe, derLilie, des Buchweizens u. s. w. beweisen. Der Unterschied des kelchartigen und descorollinischen Überzugs der Blumen beruht auf dem Bau. Jener hat, auch wenn ernichtgrün, sondern gefärbt ist, gerade eine solche Oberhaut, als die untere Blattflächeund die übrigen grünen Theile der Pflanzen. Sie ist nämlich mit Spaltöffnungenversehen, welche der eigentlichen Corolle jederzeit fehlen. Die letztere ist dafür miteinem sammtartigen Überzüge bedeckt, der aus den zartesten Wärzchen oder Hügel-- chcn besteht. Unter diesem Überzüge ist das Zellgewebe, welches die farbigen Säfteenthält, und erst,, wenn das letztere abgestreift ist, kommen die zarten Nerven derCorolle zum Vorschein, welche unter dem Mikroskop als die feinsten Bündel vonSchraubeNgängen und, nach dem Rande der Corolle zu, als ganz vereinzelte Spi-ralgänge erscheinen. Diese liegen endlich hart auf der untern Oberhaut. Einähnlicher sammtartiger Überzug ist es, der auch die Narbe oder das Stigma bedeckt,welches seine Bedeutung als fchlgeschlagcne Corollenform in den Bildungen ver-rath, wo es, wie bei den Jrideen, sich in förmliche Kronenblätter spaltet. Dieserzarte Bau der Corolle hängt mit der Färbung derselben zusammen. Es ist gewiß,daß die grüne Farbe, die den meisten übrigen Pflanzentheilen gemein ist, sich oftschon in der Nähe der Corolle verliert und in ihre beiden Nebenfarben, die blaueund gelbe, übergeht, wie wir dies an den gefärbten Bracieen sehr vieler Pflanzenbemerken. Ja, je mehr die Natur diese differenten Farben in den Bracteen ent-wickelt hat, desto weniger Kraft bleibt ihr zur Ausbildung wesentlicher Theile übrig.! Daher schlagen die oberen Blüthen zwischen den gefärbten Bracteen des Ndam-nemorosuin fehl. Die Stellung der grünen Farbe zwischen der gelbenund blauen erklärt uns, warum diese beiden, besonders aber die gelbe, theils denFrühlingsblumen, theils mehren großen Familien vorzüglich eigen ist, warum siebeim Trocknen der Primel und mehrer Hierazien wieder in die grüne Farbe übergeht,warum bei der UaäivaAo intermedia kero. ein beständiges Schwanken der Blumezwischen Gelb, Grün und schmutzig Blau beobachtet wird. Die gelbe und blaue> Farbe gehören also zu denen, die am leichtesten aus der grünen entstehen. Wennhingegen die Differenz zunimmt, oder der Proceß der Säuerung in der Blume vor-waltet, dann wird sie die polare Farbe des rothen annehmen; daher man mit Säu-! ren andre Blumenfarben in diese verwandeln, und mit Alkalien die rothe Farbe wie-der in die gelbe, grüne oder blaue umändern kann. Daher die Blätter vielerBäume vor dem Herbstfall roth werden, weil, wegen gestörter Verrichtung desAushauchens, aller Sauerstoff zurückbleibt. Daher endlich die brennend rothenFarben das Auge beleidigen, weil sie im höchsten Grade different oder polarisch sind.Hingegen thut die grüne Farbe dem Auge wohl, weil alle schneidende Gegensätze inihr ausgeglichen sind, Noch hängt hiermit zusammen, dgß in der Nähe der Nectas