Blumenhandel iy Holland 939
! erschien eine engl. Übersetzung, deren 2. Ausg. (1818) auch als erstes durch eine
! Maschine gedrucktes Buch merkwürdig ist. — Blumenbach ist am 11. Mai
! 1752 zu Gotha geboren, studirte in Jena und in Göttingen, wo er am 19.
Sept. 1775 das medicinische Doctorat, 1776 die Aufsicht über das Natura-liencabinet der Universität und eine außerordentliche, sowie 1778 eine ordentlicheProfessur der Medicin erlangte. 1783 unternahm er eine gelehrte Reise nach derSchweiz, und später eine nach England, wo ihm besonders das Wohlwollen desberühmten Ritters Banks sehr nützlich war. Er besitzt, außer vortrefflichen natur-^ historischen Werken und Kupferstichen, herrliche naturhistorische Sammlungen,unter welchen die Schädelsammlung in ihrer Art einzig ist; auf sie gründet sichdie „6»Ueetio eraniorum divers. Fent. illustr.", mit Kpf. , wovon sechs Liefe-rungen (Göttingen 1790 —1820) erschienen sind. Am 19. Sept. 1825 feierteB. sein Doctorjubelfest, wobei außer mehren Glückwünschungsschristen auch eineMedaille ihm überreicht und das Capital zur Begründung eines fortdauernden Rei-( sestipendiums, das seinen Namen führen soll, niedergelegt wurde. Schrader nanntenach ihm eine neue Pflanzengattung Llumendsedi» insiAnis. Am 26. Febr.1826 wurde das 50. I. seiner Ernennung zum Pros. der Univ. Göttingen gefeiert,wozu Loos in Berlin die Jubelmedaille verfertigt hatte.
Blumenhandel in Holland. Harlem war in ältern Zeiten derHauptsitz dieses Handels. 1636 und 1637 herrschte in Holland ein wahrer Tul-, penschwindel. Man verkaufte Zwiebeln, die man nicht besaß, für unerhörte Sum-> men, mit der Bedingung, selbige dem Käufer in einer festgesetzten Zeit zu liefern.Für eine einzige Semper Augustus bezahlte man 13,000 Gldn., und für drei dcrgl.zusammen 30,000 Gldn., für 200 Aße von derselben 4500 Gldn., für 400 AßeAdmiral Liefkenshoek über 4000 Gldn., für Admiral Enkhuizen über 5000 Gldn.u.s.w. Für einen Viceroi gab man: 2LastWeizen, 4LastRoggen, 4fetteOchsen,8 Ferkel, 12 Schafe, 2 Oxhoft Wein, 4 Tonnen Achtguldenbier, 2 Tonnen But-ter, 1000 Pf. Käse, ein Bündel Kleider und einen silbernen Becher. In Alkmaarverkaufte man in einer Auction für mehr als 90,000 Gldn. Zwiebeln. In derselbenZeit gewann Jemand in Amsterdam in 4 Monaten über 68,000 Gldn. bei diesemHandel. In einer einzigen holländischen Stadt sollen über 10 Mill. Tulpenzwiebelnj verkauft worden sein. Als aber die Käufer sich weigerten, die vorbedungenen Sum-§ men zu zahlen, und als die Staaten am 27. April 1637 bestimmten, daß derglei-chen Summen auf dem gewöhnlichen Wege, wie jede andre Schuld, beigetriebenwerden sollten, stürzten die tollen Preise auf einmal, und man konnte nun eineSemper Augustus um 50 Gldn. haben. Dennoch waren auch nachher die Sum-men, die man durch Hervorbringung neuer und seltener Tulpengewächse gewann,nicht unbedeutend, und noch jetzt findet man in den Verzeichnissen der harlemerBlumisten die Preise von 25 —150 Gldn. für einzelne seltene Tulpen. Bis zurfranzös. Revolution zogen die harlemer Blumisten ihre Tulpenzwiebeln vornehmlichaus Ryssel und andern Städten Flanderns, wo sich die Geistlichen mit Erziehung^ derselben beschäftigten, nachher trieben sie das Geschäft selbst; doch ist der ganzeTulpenhandel nicht mehr von sonderlicher Bedeutung. Aber auch nach dem Verfall^ des Tulpenhandels verlor Alkmaar den Ruf nicht, die ersten Liebhaber und Kenner
j von Blumengewächsen zu besitzen. Vermögende Personen trieben die Zucht der
Blumen, besonders der Hyacinthen. Theils von diesen, theils von auswärts her,versahen sich die Blumisten nicht nur mit Hyacinthen, sondern auch mit Ranun-keln, Aurikeln, Nelken, Anemonen u. a. m., die allmälig zahlreicher bei ihnenbestellt wurden. Das Geschäft gewann von Jahr zu Jahr an Ausdehnung, undHarlem ist bis jetzt der Stapelplatz Dessen geblieben, was schön in dieser Waare ge-nannt werden kann. Die Hyacinthen singen erst 1730 an, recht empor zu kom-men. Man bezahlte in diesem I. für kss8e non plus nltr» 1850 Gldn., und