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Blücher
Dann folgte er mit dem größten Theile der Cavalerie dem Rückzüge des Fürstenvon Hohenlohe nach Pommern in dessen linker Flanke; der Zwischcnraum, der Beidetrennte, war aber zu groß geworden, nur durch übermäßige Tag- und Nachtmärsche,welche letztere B. nicht wagen zu dürfen glaubte, wäre eine Bereinigung möglichgewesen; unterdessen war der Fürst von Hohenlohe genöthigt worden, sich beiPrenzlau zu ergeben. Dadurch abgeschnitten von Stettin, warf sich B. insMecklenburgische, wo er sich bei Dambeck mit dem Corps des Herzogs von Wei-mar, das der Prinz Wilhelm von Braunschweig-Öls führte, vereinigte. Abersämmtliche Truppen waren zu sehr ermattet, um mit ihnen Etwas wagen zu kön-nen. Den Großherzog von Berg in seiner linken Flanke, den damaligen Prinzenvon Pontecorvo in der Fronte und den Marschall Soult auf dem rechten Flügel,sah B. sich genöthigt, sich hinter der Trave zu setzen, um die 3 großen Corps derFranzosen möglichst lange von der Oder abzuziehen. So rückte er in das Gebietder freien Reichsstadt Lübeck ein. Allein diese Stadt, in Eile etwas befestigt, wardvon der Übermacht der andringenden franz. Heere im Sturm genommen. B. hattemit einigen Truppen sich aus der Stadt gerettet und mußte, aller VertheidigungS-und Ausfluchtsmittel beraubt, am 6. und 7. Nov. zu Ratkau, einem fürstl. lü-beckischen Dorfe, sich ergeben. Er that dies jedoch nicht anders als unter der ihmnach vielen Weigerungen zugestandenen Bedingung, bei seiner Unterschrift den Zu-satz zu machen, daß „ihm die Capitulation vom Prinzen von Pontecorvo angetra-gen und von ihm nur wegen Mangels an Munition, Proviant und Fourage ein-gegangen worden". B. war nun Kriegsgefangener, wurde aber bald gegen denfranz. General Victor ausgewechselt und gleich nach seiner Ankunft in Königsberg,an der Spitze eines Corps, zu Schiffe nach Schwedisch-Pommern gesandt, umStralsund vertheidigen zu helfen und die Unternehmungen der Schweden zu un-terstützen. Nach dem tilsiter Frieden arbeitete B. in Königsberg und Berlin imKriegsdepartement. Dann erhielt er das Militaircommando in Pommern, wurdeaber später nebst mehren bedeutenden Männern des Staates auf Napoleons Ver-anlassung in den Ruhestand versetzt. An dem Zuge des preuß. Hülfscorps beidem franz. Heere in Rußland, im Sommer 1.812, nahm B. keinen Theil; aberals Preußens edle Nation sich gegen den Unterdrücker erhob, da war B. — nunschon im Greisenalter von 70 I. — einer der Thätigsten. Er erhielt den Ober-befehl über die Preußen und über das russische Corps des Generals von Winzin-gerode, welches letztere in der Folge wieder von ihm getrennt wurde. Seinen Hel-denmuth in der Schlacht von Lützen (2. Mai 1813) würdigte Alexander durch dieErtheilung des Gcorgenordens. Die Tage bei Bautzen und bei Hapnau warennicht minder für ihn ruhmvoll; als Sieger feierte er die großen Tage an der Katz-hach (s. Wahlstadt) und bei Leipzig. Dort schlug B. das Heer des MarschallsMacdonald und reinigte ganz Schlesien von den Feinden. Sein Heer erhielt nunden Namen des schlesischen. Vergebens versuchte Napoleon selbst, den altenHusarengeneral, wie er ihn nannte, in seinem Siegeszuge aufzuhalten. Am3. Oct. ging B. bei Wartenburg über die Elbe und zwang durch diesen kühnenSchritt auch das große böhmische Heer unter Schwarzenberg und die Nordarmeeunter dem Kronprinzen von Schweden zu größerer Thätigkeit. Die großen Tagevon Leipzig nahten. Am 16. Oct. errang er über den Marschall Marmout beiMöckern glänzende Vortheile und drang schon an diesem Tage bis an die VorstädteLeipzigs vor. Am 18. hatte er, im Verein mit dem Kronprinzen von Schweden,großen Theil an der Niederlage des Feindes, und am 19. waren es seine Truppen,die zuerst Leipzig erstürmten. Seine eigenthümliche Schnelligkeit und die Art sei-ner Angriffe hatten ihm schon zu Anfang des Fcldzugs von dm Russen den Bei-namen „Marschall Vorwärts" erworben. Von nun an ward es sein Ehrennameim ganzen deutschen Volke. Am. 1. Jan. 1814 ging er mit dem fchles. Heere, das