Druckschrift 
1 (1830) A bis Bl
Entstehung
Seite
934
Einzelbild herunterladen
 

934 Bloomsield Blücher

Richard componirt hatte. Er hatte kaum die erste Strophe geendigt, als eine Stimmeaus der Tiefe des Thurms die zweite anfing und bis ans Ende fortfuhr. So entdeckteer seinen König, befreite ihn und erwarb sich den Namen des getreuen Blondel.Gretry's schöner OperRichard Löwenherz" liegt diese Anekdote zum Grunde.

Bloomsield (Robert), ein ausgezeichneter engl. Dichter, geb. 3. Dec. 1766zu Honigton, der Sohn eines Dorfschneidcrs, ging in eine Dorfschule und sollte1781 bei seinem Bruder in London das Schuhmacherhandwerk lernen. Das Be-suchen einiger Bethauser, einer Debattengesellschaft, des Eoventgarden-Theatersund das Lesen mehrer Bücher, Alles führte ihn in eine neue Welt ein, worin seinGeist allmalig sein wahres Element fand. So ward er Dichter, ohne es fast selbstzu wissen. Einst sprach er ein Volkslied, das er nach einer alten Weise gedichtethatte. Sein darüber erstaunter Bruder vermochte ihn, es dem Herausgeber desLonäon milAaniiie" anzubieten, und es ward angenommen. Das Gedicht hießHie inillr inaick". Ein zweites: ,,'1bv «silors returir" , fand ebenfalls in je-ner Schrift einen Platz. Thomson'sJahrszeiten", Milton'sVerlorenes Pa-radies" und andre Werke der Art erfüllten seine ganze Seele, um Robert zumSchöpfer einer Dichtkunst zu machen, welche die Engländer im Ganzen neben undin Einzelnheiten noch über Thomson'sJahrszeiten" setzen. Auf dem Lande, woer sich 1786 kurze Zeit aufhielt, faßte er zuerst die Idee zu seinem Gedichte:Ikokarinsrs bo^", welches Roberts eigenthümliche Liebenswürdigkeit charakterisier.Er arbeitete es jedoch unter nicht angenehmen Verhältnissen, nämlich als armerSchuhmachergeselle, in einer Dachstube aus. Ein Rechtsgelehrter, Capel Lofft, sahes 1799 zuerst, und entzückt davon, veranstaltete er !m Vereine mit einem Freunde,Gilt, den Druck desselben, 1800. Ein englischer Kritiker sagt von diesem Gedicht:Sanft fließende Verse, Empfindung, Frömmigkeit, Dichterfeuer, ein Talentim Malerischen, ein richtiges Gefühl des Natürlichen und Rührenden, Kraft derGedanken und Lebhaftigkeit der Einbildungskraft sind Thomson und Bloomsieldgleich gemein; aber in Bloomfield's Gedicht herrscht eine höhere Einfalt als inThomson's: ihn charakterisier ganz das Horazische inolle stgue Loetum. ". Nochhat B. eine Sammlung ländlicher Erzählungen und Gedichte herausgegeben.

Blücher (Lebrecht v.), aus dem Hause Großen-Rensow im Mecklenburgi-schen, Fürst von Wahlstadt, k. preuß. Feldmarschall und Ritter fast aller euro-päischen hohen Militairorden, war den 16. Dec. 1742 in Rostock geb. SeinVater, Rittmeister in hessen-kasselschen Diensten, schickte ihn in seinem 14. I. nachder Insel Rügen. Hier erregte der Anblick der schwedischen Husaren in ihm denDrang, Soldat zu werden. Vergebens riechen die Ältern und Verwandte ihm ab;er nahm Dienste als Junker in einem schwedischen Husarenregimente. Seinenersten Feldzug machte er gegen die Preußen und gerieth in die Gefangenschaft des-selben Husarenregiments, dem er in der Folge so rühmlich vorstand. Der Ehefdieses Regiments, Oberst v. Belling, bewog ihn, in preuß. Dienste zu treten. Esward ein Tausch mit den Schweden getroffen, und B. als Lieutenant bei demselbenRegimente angestellt. Mißvergnügt' bei einem Avancement Übergängen wordenzu sein, nahm er als Rittmeister den Abschied, widmete sich der Landwirthschaft,ward Landrath und erwarb sich durch Fleiß und geschickte Geschäftsführung denBesitz eines Landguts. Nach dem Tode Friedrichs II. trat er als Major in seinaltes Regiment wieder ein. Als Commandeur desselben focht er am Rhein 1793und 1794 mit Auszeichnung. Orchies, Luxemburg, Frankenstein, Oppenheim(16. Jan. 1794), Kirweiler und Edesheim in der Pfalz sind Zeugen seiner Tha-ten. Nach dem für ihn so glorreichen 18. Sept. 1794 bei Leystadt kam er, alsGeneralmajor, zu dem Beobachtungsheere am Niederrhein. 1802 nahm er fürden König von Preußen Besitz von Erfurt und Mühlhausen. Der Ausbruch deSKriegs 1806 führte ihn auf das Schlachtfeld von Auerstädt (am 14. Oct.).