Blondel
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ertheilte ihm daher 1806 eine der Scholarschaften, welche Lord Cremen dort ge-stiftet hat: eine ausgezeichnete akademische Ehre. Bei seiner Promotion zum Bac-calaureus 1808 wurde er zum dritten Wrangler erklärt, und der Kanzler der Uni-versität sprach ihm wegen des eingereichten Gedichts die erste Medaille zu. Nichtlange nachher gab er den „Prometheus" des Äschylus heraus und wurde. 1809zum Fellow seines Collegiums gewählt. Der Ruf seiner Kenntnisse verbreitete sich,und 1810 gab ihm Lord Bristol die Pfarre zu Quarriugton in Lincolnshice. Eineandre zu Dunton verlieh ihm 1810 Lord Spencer, einer der ersten Gönner derWissenschaften in England, aus eignem Antriebe. Dort blieb er etwa 7 I., wäh-rend deren die 2. Aufl. seines „Prometheus" und Ausg. der „Sieben gegen The-ben", der „Perser" und des „Agamemnon" des Äschylus von ihm erschienen. Erbesorgte auch eine Ausg. des Kallimachus, ferner gemeinschaftlich mit T. Rennetdie „Nu8»s OsntabriAienses", und 1812 zugleich mit Pros. Monk die „kostllu-NU>U8 trsot» ok korson ". Allein edirte er 1814 die „Lckversaria kornoni".Diese Arbeiten erweckten ihm so viel Wohlwollen, daß ihm Lord Bristol die con-solidwten Pfarreien Great- und Little-Chesterford in Essex gab, worauf er, mit Ge-nehmigung der Kirchenpatrone, die Psarrstelle in Dunton gegen die von Tudden-ham in Suffolk vertauschte. Dem Ruhm seiner philologischen und theologischenKenntnisse hatte er es auch zu verdanken, daß 1819 der Lord-Bischof von Londonihn zu seinem Hauscaplan ernannte: eine Wahl, welche die Promotion zum 1). derTheologie erfoderte, die allezeit auf einen anerkannt geschickten Mann fällt, weiler zugleich, als bischöflicher Lxsiuiner, die Prüfungen der in diesem Sprengel zuordinirenden Prediger vornehmen muß. Diese Stellen führen gewöhnlich zu ho-hen Beförderungen in der Kirche. B. erhielt auch wirklich bald daraus die Pfründeder St.-Botolphskirche. Seit der Zeit wohnt er in London, lebt in den ersten Cir-keln und macht ein Haus, das seinen Einkünften, welche sich auf 8000 Pf. St.belaufen sollen, angemessen ist. Unter seinen neuesten literar. Arbeiten ist die Forts,seiner Ausg: des Äschylus die bedeutendste. — Blomfield (Edward Valentine),Bruder des Vorigen, Philolog, geb. 1788, studirte in Cains-College zu Cambridgeund erregte die größten Erwartungen. Unter mehren Preisen, welche er erhielt,ist die Medaille merkwürdig, welche er 1809 für seine schöne Ode: „ln «issläe-rium korsoni" bekam. Man ertheilte ihm 1812 ein Fellowship in Emmanuel-College. 1813 reiste er nach Deutschland, erwarb sich eine gute Kenntniß der deut-schen Sprache und wurde mit Wolf in Berlin und mit Schneider in Breslau be-kannt. Nach seiner Rückkehr erschienen von ihm im „Uuseunc eritiouiu or Osin-briäAv elassicsl researvlies" (St. 2) Bemerkungen über die deutsche Literatur,welche Beifall erhielten. Die Universität Cambridge ernannte ihn zu einem ihrerPrediger an der St.-Marienkirche. Er sing an Schneidens „Griechisch-deutschesLexikon" zu übersetzen, lebte aber nicht bis zur Beendigung. Hingegen übertruger ganzMatthiä's „GriechischeGrammatik", welche aus seinerHandschrift von sei-nem Bruder zum Drucke befördert und durchgängig wohl aufgenommen wurde.Als er 1816 mit einem jungen Manne von Stande, seinem Zöglinge, in derSchweiz gewesen war und nach Cambridge zurückeilte, wo man ihn zum Procterfür das folgende Jahr ernannt hatte, setzte er sich zu vielen Beschwerlichkeiten aufder Reise aus, erkrankte und starb im Oct. 1816.
Blondel, vertrauter Diener und Musikmeister König Richards I. (Lö-wenherz) von England um 1190. Während sein Herr Gefangener des Herzogsvon Östreich war, durchwanderte B. das gelobte Land und alle Gegenden Deutsch-lands, wo er vermuthen konnte, daß sich derselbe befinden möchte. Erhörte, wiedie Sage lautet, daß man auf dem Schlosse von Löwenstein einen vornehmen Ge-fangenen bewache, und eilte dahin. Nachdem er einen stark vergitterten Thurmentdeckt hatte, sing er an, eins von den stanz. Liedern zu singen, die er vormals mst