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^ Bleichert Bleiweiß 923
Farbestoff, der theils dem Flachs eigenthümlich, theils fremdartig ist, und durchdas Spinnen sowol als durch das Weben hineingebracht worden, auszuziehen,, bediente man sich bisher allgemein einer Auflösung von Pottasche oder der soge-I nannten Lauge. Da diese indeß die Starke der Fäden merklich schwächt, so wäreI zu wünschen, daß das von Lees angegebene Verfahren allgemein angewandt würde.I Er sucht nämlich die färbenden Stoffe auf mechanische Art von den Flachsfasern zuI trennen, und bleicht alsdann den Flachs, noch ehe er gesponnen wird, durch öfteress Waschen in warmem Wasser. Um das Bleichen an der Sonne, das gewöhn-. lich einen ganzen Sommer hinnimmt, abzukürzen, schlug Vertheilet zuerst 1786! die übergesäuerte Kochsalzsäure vor. Bekanntlich hat diese so wenig ätzende Kraft,daß man sie in bedeutender Menge innerlich nehmen kann. Nach Vertheilet ver-, vollkommnete Watt besonders die Methode; doch fand man, daß allerdings die? Leinwand leidet, wenn man die Säure zu stark anwendet. Jetzt braucht man in^ England jene Säure mit der Hälfte Kalk, in Wasser aufgelöst. Die von diesemSalz zum Bleichen erfoderliche Menge ist nach dem verschiedenen Zustande derLeinwand sehr verschieden. Gewöhnlich rechnet man den 12. oder den 20. Theildes Gewichtes der Leinwand darauf. Nachdem die zu bleichende Leinwand ge-kocht oder gekeucht worden, bringt man sie in die Auflösung jenes Salzes, zieht siedarin hin und her und läßt sie alsdann an der Sonne trocknen. Nach mehrmaligerWiederholung dieses Verfahrens wäscht man sie rein aus und gewinnt auf solcheWeise an Zeit und Kosten ungemein. Auch Schwefelsäure hat man zu dem glei-§ chen Zwecke benutzt. Nach Hume muß man sie mit 60 oder 80 Mal so viel Was-! scr verdünnen, sodaß diese Flüssigkeit nur anderthalb Procent ihres Gewichts anj wirklicher Schwefelsäure enthält. Hierin muß die Leinwand 8 —12 Stundenlang stehen und hernach in reinem Wasser ausgewaschen werden. Auch Baum-wolle wird auf ähnliche Art gebleicht, nachdem sie vorher in verdünnter Kalkauflö-1 sung gekeucht worden.
! Bleichert, s. Rheinweine.
j Bleistift, ein in Holz gefaßtes längliches Stück Reiß - oder Wasserblei,l das zum Zeichnen gebraucht wird. Das beste Reißblei wird in England, zu Bor-rowdale in der Grafschaft Eumberland, gebrochen, aber die Gruben werden, und! zwar, wie man behauptet, um die Waare im Preise zu erhalten, nur alle 5 — 6Jahre ein Mal geöffnet. Nach Simond soll die Ausbeute von 1809 an 90,000^ Pf. St. betragen haben, jedoch hat die Ausbeute der Gruben zu Borrowdale inl neuern Zeiten bedeutend abgenommen, weshalb man in England auch auf andre^ Gruben die Aufmerksamkeit richtet. Die Bereitung der Bleistifte geschieht, indem! man das Reißblei in kleine Stücken sägt und in die hölzernen Formen legt. In^ Deutschland haben Baiern und Östreich Reißblei. Die feinern Sorten der seiteiniger Zeit in Wien verfertigten und in den Handel gekommenen Bleistifte gebenden besten englischen sehr wenig nach und sind ungleich wohlfeiler. Noch eineandre, sehr schlechte Art von Bleistiften, die man zum Unterschiede von jenen un-echte nennen könnte, werden aus dem Abfalle des Reißbleis verfertigt. Kenner, lassen sich zwar damit nicht betrügen, aber auch für den Nichtkenner gibt es einI sicheres Unterscheidungsmittcl: die unechten nämlich brennen, wenn man sie ans. Licht hält, mit bläulicher Flamme, weil sie mit Schwefel gemengt sind, die echtenaber brennen gar nicht.
Blciw eiß ist ein mit Kohlensaure gesättigtes Bleioxydul, welches fabrik-! mäßig bereitet wird; es entsteht, wenn das Blei von der in Dünste verwandeltenEssigsäure zerfressen und halb aufgelöst worden ist. Um es im Großen zu gewin-j nen, werden etwa 3 Fuß lange, 6 Zoll breite und 1 Linie dicke Blciplatten zu-sammengerollt, sodaß zwischen den Windungen ein halber oder ganzer Zoll Raums bleibt. Hierauf setzt man sie gerade aufrecht in irdene Gefäße, in welchen unten
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