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1 (1830) A bis Bl
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922 Bleichen ^

tend. Beim Reiben entwickelt sich ein eigenthümlicher Geruch, auch färbt es ab.

Es verschmelzt schon vor dem Glühen, kann ohne Luftzutritt einen hohen Gradder Hitze aushalten, ehe es sich verflüchtigt. In Berührung mit der Luft überziehtsich die Oberflache des geschmolzenen Metalles zuerst mit einer grauen Haut(Bleiasche), welcher Kalk bei mehrer Luft zutritt; bei fortdauernder Hitze wirdes gelb, röthlichgelb, zuletzt roth und führt die Namen Mastic ot, Bleigelb,Bleiglätte, Silberglätte, Goldglätte und Mennige. Das Bleiverbindet sich mit dem Wasserstoff, mit dem Schwefel (das gewöhnliche Bleierz,Bleiglanz, Alquifoux) und mit dem Phosphor; das regulinische Bleilöst sich nur in Salpeter, das verkalkte oder oxydirte in allen Sauren auf; die Al- Hkalien und das Ammoniak wirken auf das regulinische und das verkalkte Blei.Mit den mehrsten Metallen läßt sich das Blei durch Zusammenschmelzen verbin-den. Das Blei wird aus seinen Erzen entweder in Schachtöfen oder inFlammöfen (s. d.) ausgebracht; jede dieser Schmelzungen zerfällt wieder in dieSchmelzung nach vorhergegangener Röstung und in die ohne dieselbe, wobei dasBlei durch zweckmäßige Zuschläge entschwefelt wird (Niedcrschlagsarbeit). Imerstem Falle werden die Erze geröstet und dann in Hohenöfen oder Halbhohenöfen,die 1020 Fuß hoch sind, verschmolzen. Es erfolgt Blei, welches oft silberhaltigist und dann Werkblei heißt, und Stein, eine Verbindung von Blei, Schwefel undverschiedenen andern Metallen, der geröstet und dann wieder auf Blei verschmolzenwird; mit dem bei dem Bleisteinschmelzen erfolgenden Stein wird dieselbe Arbeitvorgenommen. Vollkommener als dieses Schmelzen ist die Niederschlagsarbeit, ^wobei eine gehörige Quantität Granulir- oder Waschcisen oder kleine Stücke altes °sEisen zugeschlagen werden. Das Eisen scheidet, vermöge seiner größern Ver-wandtschaft zum Schwefel als zum Blei, erstem ab, und der bei dem Schmelzenerfolgende Stein ist daher reiner. Bei der Verschmelzung der Bleierze in Flamm-öfen werden dieselben vorher immer geröstet und entweder mit oder ohne Eisenzu- !schlag behandelt. Die Herde der Flammöfen haben entweder eine Vertiefung odereine starke Neigung, sodaß das geschmolzene Blei abfließen kann. Das ausge-brachte Blei befindet sich nicht immer im Zustande der Reinheit, sondern es ent-hält zuweilen noch Schwefel, Arsenik, Zink, Spiesglanz, Kobalt und Kupfer,welche es hart, spröde und unbrauchbar machen, weßhalb es in diesem Fall erst ge-reinigt oder geläutert werden muß. Das metallische Blei wird kalt zu Platten Iausgewalzt, die zum Dachdecken, zu Röhren, zum Verpacken von Thee, Taback rc. >angewendet werden, ferner wird es zu Röhren ausgezogen, zu Vitriol - und Alaun-siedpfannen vergossen, das feinere zu Fensterblei ausgezogen; es wird zur Schrift- !Masse zugesetzt, zu Kugeln, Schrot u. s. w. gebraucht, zu letztem besonders das un-reine. Die Bleiglätte dient zur Töpferglasur (wozu jedoch auch häufig der roheBleiglanz, Alquifoux, angewendet wird), ferner zur Bereitung des Bleiweißes undder Mennige. Das Bleioxyd ist tödtliches Gift, kommt jedoch aus Unkundeoder Bosheit in mancherlei Getränke, um sauern Wein zu versüßen, ranzige Öleund den Geschmack des Essigs zu verbessern u. s. w. (S. Bleizucker.)

Bleichen ist die Kunst, der Leinwand, der Wolle, der Baumwolle, demWachse, selbst dem Papierzeuch und andern Dingen die nöthige Weiße zu geben. ^Sir beruht auf der Erfahrung, daß organische Körper, wenn das Leben davon ge-wichen und sie die nöthige Festigkeit und Trockenheit haben, durch die Einwirkung ^der Luft und der Sonnenstrahlen ihre Färbestoffe verlieren und weiß werden. Da-her ist die ältere Art zu bleichen darauf beschränkt, daß man eine hinlängliche Zeithindurch den Gegenstand den Sonnenstrahlen aussetzt und die Einwirkung dersel-ben durch verschiedene Mittel zu befördern sucht. Zu den letztem gehört bei derLeinwand das vorgängige Einlaugen derselben oder das sogenannte Beuchen,Büken und das öftere Besprengen und Waschen während des Bleichens. Um den