916 Blake Blangini
Blake (Robert), ein englischer Seeheld, geb. 1599 zu Bridgewater inder Grafschaft Somerset, trug viel dazu bei, daß die cngl. Seemacht auf denhohen Punkt stieg, auf dem sie steht. Er schwächte die Macht der Holländer undSpanier und nahm Letztem eine reich beladene ostindische Flotte weg. Eromwellschätzte ihn; da er aber seine Anhänglichkeit an die republikanische Verfassung kannte,ergriff er die Gelegenheit, Blake 1657 zu entfernen, um in dem mittelländischenMeere die Ehre der britischen Flagge aufrecht zu erhalten. Schon B.'s Namereichte hin, den Naubstaaten und den andern benachbarten Ländern Furcht undAchtung einzuflößen. Die Schwäche seiner Gesundheit nöthigte ihn in sein Vater-land zurückzukehren. Er starb 1657 in dem Augenblicke, da seine Flotte in denHafen von Plymouth einlief. Eromwell ehrte sein Andenken durch ein prächtigesLeichenbegängnis und ließ ihn in der Westminsterabtei beisetzen. Sein Charakterwar finster und streng; in jeder Lage blieb er ruhig und kalt.
Blanchard (Franyois), einer der ersten Lustschiffer, geb. zu Andelys (indem Depart. Eure) 1738, übte sich von Jugend an in mechanischen Künsten underfand in seinem 16. I. einen mechanischen Wagen, mit dem er eine Strecke von7 Stunden fuhr. Diese Erfindung, die er 1778 noch vervollkommnete, empfahlihn am Hofe zu Versailles. Gleiche Geschicklichkeit zeigte er im 19. I. bei einerkünstlichen Wassermaschine; endlich erfand er ein fliegendes Schiff, welches durchein Gegengewicht von 6 Pf. sich 20 Fuß über die Erde erhob. Willkommen warenihm die Entdeckungen der Brüder Montgolfier, besonders des Pros. Charles undRobert's zu Paris. Er schiffte, nachdem er schon die erste Luftreise den 4. März 1784angestellt hatte, 1785 mit dem v. Jeffries über denCanal von Dower nach Calais,wofür er vom Könige von Frankreich durch ein Geschenk von 12,000 und eine Rentevon 1200 Livres belohnt ward. Bei einer in demselben I. zu London unternomme-nen Luftfahrt bediente er sich zum ersten Male des von ihm, oder, nach Andern, vonEtienne Montgolfier erfundenen Fallschirmes. Nachdem er viele Luftreifen auch infremden Ländern angestellt hatte, ward er (1793) auf die Festung Kufstein in Tirolgesetzt, weil man ihm Schuld gab, revolutionnaire Grundsätze ausgestreut zu haben.Frei gegeben, machte er 1796 zu Neuyork seine 46. Luftreise. 1798 stieg er zuRouen mit 16 Personen in einem großen Luftschiffe in die Höhe, und ließ sich6 Stunden davon nieder. 1807 zählte man über 66 glücklich von ihm voll-brachte Luftreifen. Er starb den 7. März 1809. — Mad. Blanchard setzte dieseLuftreifen fort. 1811 stieg sie in Rom auf und nachdem sie60Miglien zurückgelegthatte, erhob sie sich aufs neue, um sich nach Neapel zu begeben. Als sie aber imJuni 1819 in Paris von Tivoli aufstieg, gerieth ihr Ballon durch ein mitgenom-menes und in einer beträchtlichen Höhe angezündetes Feuerwerk in Brand. DieGondel siel in der Straße Provence nieder, und die zerschmetterte Luftschiffen» wardohne Leben aufgehoben.
Blanco. In Blanco lassen, heißt bei den Kaufleuten, weiß oder unaus-gefüllt lassen, z. B. bei Wechseln und Vollmachten die Stelle, wohin die Summekommen soll, damit sie von dem Besitzer den Umständen nach ausgefüllt werdenkönne. Einen Wechselinblancoindossiren, heißt, auf der Rückseite bloß sei-nen Namen hinschreiben und Platz darüber frei lassen, wohin der Name Desjeni-gen, an den der Wechsel gegeben wird, eingeschrieben werden kann. Bei Wechsel-geschäften inblancostehen, heißt, Tratten des Andern acceptiren, ohne dafürDeckung zu haben, auch Vorschuß leisten, ohne gedeckt dafür zu sein.
Blangini (Giuseppe Marco Maria Felice), geb. zu Turin 1781, hatseine Studien unter dem Abt Ottani, Capellmeister bei der dortigen Domkirche, ge-macht. Von seinem 12. oder 13. I. an begleitete er den Chor dieser Kirche aufder Orgel. In einem Alter von 14 I. ließ er eine Messe mit vollständigem Orche-ster aufführen. Als er 1799 nach Paris kam, gab er Unterricht im Gesang und