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1 (1830) A bis Bl
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Blair

und Gesetzgebung Englands Vorlesungen hielt, die allgemeinen Beifall fanden.Diese glückliche Neuerung brachte einen gelehrten Juristen, Namens Viner, aufden Gedanken, in seinem Testament eine Summe zur Gründung eines Lehrstuhlsfür das gemeine englische Recht auszusetzen, und als man nach seinem Tode 1758die Sache ins Werk setzte, siel die Wahl für diesen Lehrstuhl einstimmig auf B.Aus den Vorlesungen, welche er eine Reihe von Jahren hindurch hielt, entstan-den seine berühmtenCommentaricn über die Gesetze Englands". Der Verf. be-gnügt sich darin nicht, die Gesetze zu sammeln, zu ihrem Ursprünge hinaufzustei-gen und sie klar und bestimmt zu erklären; er dringt in die Grundsätze der Gesetz-gebung , in den Geist der Gesetze ein, er untersucht ihre Wirkungen und behandeltdie Rechtswissenschaft als Philosoph, wiewol gerade der philosophische und poli-tische Theil derEommentarien" dem Verf. das wenigste Lob erworben hat. Sein! anhaltender Fleiß untergrub seine Gesundheit. Er starb den 14. Febr. 1780, nach-dem er noch verschiedene Ämter bekleidet hatte, auch 1761 ins Parlament gewählt! worden war. Die beste Ausgabe seines 15 Mal in England aufgelegten und inmehre lebende Sprachen übersetzten Werks ist von Christian besorgt und 1809 in4 Bdn. zu London erschienen. Im Auszuge hat es v. Colditz (Schleswig 1822)zu übersetzen angefangen.

Blair (Hugh), geistlicher Redner und Schriftsteller, war ein Enkel RobertBlair's, welcher unter Karl I. die Rechte der presbyterianischen Kirche mit Muthund Kraft vertheidigte, geb. zu Edinburg den 7. April 1718 und bereitete sich aufder Universität daselbst zu einem geistlichen Amte vor. Sein Lehrer ward auf seinen geistigen Anlagen durch eine Abhandlung über daS Schöne aufmerksam und belebtei dadurch seine Neigung zur schönen Literatur, welche er nachher mit seinen theologi-schen Arbeiten verband. In seiner Vaterstadt stieg er bis zur höchsten geistlichenWürde der presbyterianischen Kirche in Schottland (1751). Mit Erreichung die-ser Stufe seines praktischen Wirkungskreises, welchen er nie aus den Augen verlor,

! eröffnete sich auch sein literarischer. Denn jetzt sing er an die Ergebnisse seiner Er-fahrungen über rhetorische Composition öffentlich mitzutheilen. Er hielt nämlichzuerst (im Winter 1759) öffentliche Vorlesungen über diesen Gegenstand. DieRegierung bemerkte den Einfluß derselben, stiftete 1762 eine besondere Professuri der Rhetorik und der schönen Wissenschaften und übertrug ihm dieselbe. Wir ken-> nen seine Theorie der Beredtsamkelt aus seinenLevtures on rbetorio rm<I bel-le» lettres" (1783, 4., 2 Bde.; deutsch von K. G. Schreitet, Liegnitz 1788,3Thle.). Die verdienstvollen Bemühungen Macpherson's um die Sammlung undHerausgabe der Ossian'schen Gesänge unterstützte B. thätig und würdigte sie zuerst! in einer musterhaften Abhandlung (deutsch im 3. Bde. der Übers. des Ossian von, Denis). Seine Predigten werden als Muster der engl. Kanzelberedtfamkeit ange-! sehen. Sehr sorgfältig und gewissenhaft in der Ausarbeitung derselben, gab er den-! noch nur das Auserlesenste im Druck heraus. Sie sind auf sanfte Überzeugung be-rechnet , welche durch Anregung des Verstandes mittelst eines gründlichen, leichtenund wohlgeordneten Vertrags bewirkt wird, und tragen, nach der Art der engl. Pre-digten, mehr den Lehrten moralischer Abhandlungen. Erst in seinem 60.1. (1777)erschien der 1. Thl. seiner Predigten, die schon im folg. I. die 10. Aufl. erlebten,welchen der Verf. noch eine andre oftmals aufgelegte Sammlung folgen ließ. Diebeste deutsche Übersetzung ist von Sack und Schleiermacher. Durch eignes Bei-spiel gab B. seinen Lehren Kraft und Anwendung. In seinen Amtsgeschäften wirkteer mit bescheidener Mäßigung für die Freiheit und das Wohl seiner Kirche; überall!> zu Rath und Hülse bereit, war er ein sanfter Vater, ein zärtlicher Freund und! Gatte, und durch seine Ruhe und Zufriedenheit des Gemüths, wie durch Mäßig-keit und Ordnung seiner Lebensweise, eines ausgezeichneten Grades menschlicherGlückseligkeit bis in sein hohes Alter empfänglich. Er starb den 27. Dec. 1800.

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