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Bischöfliche Kirche Bismark
daher nicht nur der Adel, sondern selbst Fürsten- und Königssöhne um eine Würde,die ebenso ehrenvoll als einträglich war und auch ritterliche Lustbarkeiten und Lebens-genüsse aller Art erlaubte. DieseBewerbung des Adels und der Fürsten,welche durchreichliche Schenkungen an die Kirchen und eine politische Begünstigung von Seitender Kaiser unterstützt wurde, gab besonders den deutschen Bisthümern Glanz undHoheit. Die deutschen Bischöfe wurden Reichsfürsten, und ihr Einfluß auf alle öffent-liche Angelegenheiten entscheidend. Die Reformation verminderte jedoch ihre Zahl,und wenn auch die höhere Geistlichkeit in den von der kathol. Kirche getrennten nordi-schen Reichen den bischöfl. Titel beibehielt, so verlor sie doch den besten Theil derehemaligen Einkünfte und Vorrechte. Die schwedischen Bischöfe blieben Neichs-stände wie die englischen, jedoch mit geringem Einflüsse. Die engl. Kirche hatihren Bischöfen noch das meiste Ansehen gelassen und eben darum den Namender bischöflichen erhalten. Viel früher hatte die römische Kirche durch die Eroberun-gen der Mohammedaner eine Menge Bisthümer verloren; daher die vielen Titü-larbischöfe, deren Bisthümer in partibus inkcleliuin , d. h. in den Landern derUngläubigen, liegen. Der römische Stuhl pflegt jedoch nur höhere Geistliche mitdiesem Titel zu beehren. In Folge der Abtretung deutscher Länder an Frankreichwurden 23 Bisthümer aufgehoben; jedoch sind, besondern Verabredungen mit demrömischen Hose gemäß, in mehren deutschen Staaten wieder Landesbischöfe einge-setzt worden. (S. Con c ord at und D eutsche Kirch e.) Die ehemaligen Unter-H thanen deutscher Bischöfe erinnern sich noch mit Dank ihrer sanften Regierung,und das Sprüchwort: „Unter dem Krummstab ist gut wohnen", beweist, daß diebischöfl. Gewalt dem Aufkommen des bürgerlichen Wohlstandes und der Zufrieden-heit der Gehorchenden nicht hinderlich war. K.
Bischöfliche Kirche, s. Anglikanische Kirche.
> Bischofsmütze, s. Jnful.
Bischofsstab (auch Krummstab), ein hoher, oben gekrümmter Stab von! Silber oder Gold, den die Bischöfe, Äbte und Äbtissinnen als Ehrenzeichen ihrerWürde bei Amtsverrichtungen neben sich tragen lassen und im Wappen führen.
! Wenn sie das Volk segnen, nehmen sie den Stab selbst in die Hand. Ursprünglich
^ war es ein Hirtenstab, da sich die Bischöfe als Hirten der Gläubigen betrachteten.
Durch Überreichung dieses Stabes geschah auch die Belehnung oder Investitureines Bischofs.
Bischofs werd er (Johann Rudolf».), preußischer General und Minister,! geb. in Sachsen, studirte seit 1756 in Halle, trat 1760 in preuß. Dienste, war1779 Major und galt unter Friedrich Wilhelm II. Alles am Hofe zu Berlin. DieNeigung, die er Friedrich Wilhelm, als er noch Kronprinz ohne Einfluß war, bewie-sen hatte, erwarb ihm dessen dauernde Gunst. Als bevollmacht. Minister hatte er- vielen Theil an dem Eongresse zu Szistowe. Dann brachte er mit Lord Elgin dieZusammenkunft in Pillnitz zu Stande. 1792 begleitete er den König auf dem, Feldzuge in der Champagne. Darauf ward er nach Frankreich als Gesandter ge-schickt. Er verließ dieses Land 1794, ward nach des Königs Tode entlassen undstarb im Octob. 1803 auf seinem Landgute bei Berlin. Feinheit des Geistes, beialler anscheinenden Gutmüthigkeit und Plumpheit, kann ihm nicht abgesprochen wer-den; als Staatsmann hatte er beschränkte Ansichten. Sein Hang zum Mysticis-mus und seine Geisterseherei hatten nachtheilige Folgen. Übrigens war er stets recht-schaffen und frei von Rachsucht. B. gehörte zu dem Illuminatenorden.
Bismark (Friedrich Wilhelm, Graf v.), würtembergischer Cavaleriege-! neral und seit dem Juli 1825 Gesandter seines Hofs in Dresden, Berlin, Hano-! l ver (vorher in Karlsruhe), geb. 1783 zu Windheim in Westfalen, aus einemaltadeligen Geschlechte wendischen Ursprungs, trat 1796 als Cornet in das hanö-j versehe Heer. Als dies 1803 aufgelöst wurde, nahm er nassauische, dann in der
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