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Bithynien

hanöverschen Legion englische Dienste und wohnte 1805 der Expedition in Nord-deutschland bei. Ein Zweikampf nöthigte ihn 1807 England zu verlassen; erwandte sich nach Würtemberg, wo er bei der Cavalerie angestellt und bald zumRittmeister befördert wurde. Der Krieg von 1809 gab ihm Gelegenheit, sich aus-zuzeichnen ; seine Kühnheit und Tapferkeit im Gefecht bei Riedau wurden von Na-poleon und seinem Könige durch Ertheilung von Ordenszeichen anerkannt. InRußland war er in allen Gefechten und Schlachten gegenwärtig, an welchen das 3.Corps unter Marschall Ney Theil nahm; oft war er bei kritischen Marschen an derSpitze der Vorwochen. Als die würtemb. Division von neuem ins Feld rückte, .führte B. das 1. Chevauxlegersregiment vor und nach dem Waffenstillstände 1813. !

In Leipzig wurde er gefangen. Als Würtemberg sich nun für die Alliirten rüsteteund Prinz Adam das Commando der Reiterdivision erhielt, wurde ihm B. alsChef des Generalstabes beigegeben, in welcher Eigenschaft er ein vorzügliches Ta-lent, größere Massen Reiterei zu führen, entwickelte. Dieselbe Stellung wurdeihm 1815 zu Theil, und er fand Gelegenheit, sich bei dem Gefechte, welches dieWürtemberger unter den Mauern von Strasburg bestanden, auszuzeichnen, wo-für den Zurückgekehrten der Grafentitel belohnte. Der jetzt regierende König vonWürtemberg beabsichtigte gleich nach seiner Thronbesteigung eine durchaus verän-derte Organisation des Militairs und übertrug dem Grafen B. die der Reiterei.Hier führte er ein neues System ein, dessen erster wesentlicher Punkt darin besteht,statt mit 3 oder 4, mit halben Zügen zu wenden, der zweite Punkt ist die For-mirung eines 5. Auges bei jeder Schwadron als Schützen oder Flanqueurs. Über-haupt gewann die würtemb. Reiterei durch die von ihm bearbeitete Exercirvorschristeine große Manoeuvrirfähigkeit. Die dagegen erhobenen Einwendungen widerlegensich durch den praktischen Beweis, welchen B. mit seinem Regiment für sein Systemführte. Er hat seine Ansichten über die Reiterei umständlich entwickelt in seinenVorlesungen über die Taktik der Reiterei" (1818), welche als classisch anerkanntund ins Französische übersetzt worden sind. Von seinerFelddienstinstruction fürSchützen und Reiter" wurden binnen 2 Jahren 4 Auflagen nöthig. In sei-nemSystem der Reiterei" (1822), in seinemSchützensystem der Reiterei"(1824) und in seinerReiterbibliothek" (Karlsruhe 1825, 2 Thle.) hat Gr. v. B.alle seine Ansichten und Grundsätze über die Reiterei zusammengefaßt.

Bitaube (Paul Jeremie), geb. zu Königsberg den 24. Nov. 1732 von re- !form. Ältern, die sich aus Frankreich geflüchtet hatten, studirte Theologie. Das Le-sen der Bibel erweckte in ihm Gefühl für die einfache erhabene Poesie. Der Homerzog ihn zur griech. Literatur. Dabei hing er mit ganzer Seele an Frankreich. Um >den Gelehrten seines ursprünglichen Vaterlandes beigezählt zu werden, übersetzte erden Homer. Durch dieses Werk und von d'Alembert, dessen Gunst er sich aufseiner ersten Reise nach Paris erworben hatte, Friedrich II. empfohlen, ward B.in die berliner Akademie aufgenommen und erhielt die Erlaubniß zu einer zweitenReise nach Frankreich, wo er sich so lange aufhalten durfte, als er nöthig hatte,seine Übersetzung zu verbessern. Außerdem hat er 2 Gedichte:losepll" (1767)undI-es Latnves" (1797), geschrieben und Göthe'sHermann und Dorothea"übersetzt. Während der Revolution kam B. nebst seiner Gattin ins Gefängniß; sie jerhielten aber bald ihre Freiheit wieder. Napoleon ernannte ihn zum Mitgliede derEhrenlegion. Der Tod seiner Gattin hatte zu Paris den 22. Nov. 1808 auchden seinigen zur Folge. B.'s Werke erschienen zu Paris 1804 in 9 Bdn.

Bithynien, ein Land in Kleinasien, lag am Pontus Euxinus, amthra-cischen Bosporus, am Propontis, und grenzte südlich an Phrygien. Früher hießes Bebrycia, von den hier wohnenden Bebrycern. Vor Krösus war Bithynienein freier Staat unter eignen Regenten. Als Prusias I. gegen Krösus das Lebenverloren hatte, kam es in die Gewalt der Lydier 560, der Perser 555 und Alexan-