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Bisam Bischof
durch Feste, Schauspiele und Ehrenbezeigungen; die Weiber wandten alle Künsteder Verführung an, und der schwache B. versprach, wenn die Katholiken wiederaufstehen würden, sich mit ihnen zu vereinigen. 1599 schloß er mit dem Herzogvon Savoyen und dem Grafen von Fuentes einen Vertrag, worin er die Waffengegen seinen Wohlthäter zu ergreifen versprach. Indeß ward dem Herzog von Sa-boyen 1600 der Krieg erklärt, und B. sah sich genöthigt, ihn zu besiegen. AusFurcht, sein Einverständniß möchte zu sichtbar werden, bemächtigte er sich fast allerPlätze des Herzogthums, was um so leichter war, da Emanuel auf Schonung ge-rechnet hatte. Fuentes und der Herzog wagten, B. die Auslieferung des Königs vor-zuschlagen, er verweigerte dies; aber ihre Eingebungen machten ihn mit dem Ver-brechen vertraut, und als er bei der Belagerung des Forts St.-Katharina beiGenua vermuthen konnte, daß Heinrich die Laufgräben zu besehen kommen würde,ließ er dem Gouverneur sagen, er solle Büchsenschützen stellen, die auf ein verab-redetes Zeichen Feuer gäben. In dem entscheidenden Augenblicke jedoch hinderte erden König, sich an den gefährlichen Ort zu begeben. 1601 ward mit SavoyenFriede geschlossen. So viel Verhandlungen aber hatten dem Könige ebenso wenigals ihr Zweck verborgen bleiben können. Er befragte daher den Marschall über sei-nen Anschlag und versprach ihm Verzeihung. B. machte ein unvollständigesGeständnis und setzte seine geheimen Verständnisse fort. Gleichwol sandte ihnHeinrich in dems. Jahre an die Königin Elisabeth von England, um ihr seine Ver-mählung mit Maria v. Medici anzuzeigen. B.'s geheime Verhandlungen dauertennichtsdestoweniger fort; aber sein Vertrauter (Lastn) ward dem Grafen Fuentesverdächtig und entdeckte, da'er für sich selbst zu fürchten anfing, die ganze Ver-schwörung. Ein freies Geständnis und Reue würden B. gerettet haben, da Hein-rich geneigt war, ihm zu verzeihen. Er aber beharrte auf seinem stolzen Leugnen,schlug die ihm angebotene Gnade aus und ward endlich auf der Königin dringendeBitten der Strenge der Gesetze übergeben. Beim Hinausgehen aus dem Zimmerdes Königs ward er verhaftet, in die Bastille gebracht, vor dem Parlamente ge-richtet und' am 31. Juli 1602 enthauptet.
Bisam, s. Moschus.
Biscaya, s. Basquen.
Bischof ist nach dem neuen Testamente derLehrer und geistliche Vorstehereiner christlichen Gemeinde. Die Bischöfe, welche die Apostel selbst eingesetzt oderdie Gemeinden, nach der apostolischen Idee von diesem Amte, gewählt haben,waren die Gehülfen und Nachfolger der Apostel in dem Geschäfte der Erhaltungund Verbreitung des Christenthums. Sie führten, wie über die ganze Gemeinde,auch über die andern Beamten derselben, Presbytern und Diakonen, die Aufsicht,ohne jedoch in den ersten Jahrh, schon den Vorrang und dieDiöcesanrechte zu behaup-ten, die ihnen bei der allmäligen Bildung der Kirchenverfassung zu Theil wurden.Aber eben dies System des Priesterregiments, die fast unumschränkte Herrschaftüber die Geistlichen ihrer Sprengel, die Theilnahme an den Angelegenheiten derStaaten, denen sie sich bald durch ihre vorzügliche Bildung und als die erstenReichsstände wichtig zu machen wußten, die Verwaltung der Kirchengüter, dieVertheidigung ihrer kirchlichen Gerechtsame und ihre weit um sich greifende geist-liche und kriminelle Gerichtsbarkeit beschäftigten sie zu sehr, als daß ihnen zu denPflichten des Lehramts und der Seelsorge noch Lust und Zeit übrig geblieben wäre.Sie behielten sich daher nur die wichtigsten Amtshandlungen, z. B. die Weihe derGeistlichen, Constrmation der Jugend und Verfertigung des heiligen Salböls, vor.Im Mittelalter hielten sie sich auch für die nothwendig beizubehaltenden Geschäfteund für die Aufsicht über das Kirchenwesen eigne Vicarien, genannt Weihbischöfeund Coadjutoren. Solche Bischöfe, die selbst predigten und sich der Seelsorge an-nahmen, gehören seit dem 7. Jahrh, unter die Seltenheiten. Es bewarben sich