Quandt
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Qualität und Quantität
ist durchaus mehr auf das Praktische gerichtet, und die Meisten beschäftigen sich mitHandel und Gewerben. Übrigens erscheinen ihre Eigenheiten jetzt weniger schroffalS sonst; die Heuchelei, die man ihnen vorgeworfen hat, wird unter ihnen seltener,und die Begeisterung verraucht immer mehr. Das Verbot derHcirathcn außer derGemeinde ist in neuern Zeiten öfter übertreten worden; wohlhabende und vornehmeFamilien ziehen sich häufig von ihnen zurück, um der freien Geselligkeit und denStaatsämtern, von denen das Quäkerthum in England ausschließt, näher zu kom-men. Diejenigen unter ihnen, welche sich von der alten Einfachheit entfernt undverfassungswidrige Gebräuche der Weltsitte und des Luxus angenommen haben,werden nasse Quäker genannt und von den monatlichen Versammlungen ausge-schlossen, dagegen die altgläubigen und strengen trockene heißen. Da die Zahl derLetztem allmälig geringer wird, so scheint diese Sekte, deren Religionsansicht, wennihre mystische Hülle abfällt, ein dürrer Deismus ist, ihrer Auflösung entgegen zugehen, über die von den Quäkern wesentlich verschiedene Sekte der Schüttcrquäkeroder Shakers vgl. Schütterer. Ich
Qualität und Quantität sind 2Denkform.'n, welche zu den Urbe-griffen des menschlichen Verstandes (s. Kat eg o rien) gezählt werden. Qualitä-ten sind die innern Eigenschaften einer Sache, welche an dieser Sache für sich, ohnedaß sie mit etwas Anderm verglichen wird, wahrzunehmcn sind. (Im gemeinen Le-ben versteht man unter Qualität auch bürgerliche u. a. Eigenschaften, Stand,Würde ic.) Nach Kant ist Qualität die Bestimmung eines Dinges überhaupt,wodurch sein Inhalt oder seine Materie gedacht wird. Vermöge der Qualität redenwir von Realität, Negation und Limitation. Sein, Empfindung in der Zeit, heißtRealität; sein Gegentheil Negation, Nichtsein überhaupt. Sein in der Zeit durch! Nichtsein eingeschränkt, heißt Limitation. Die logische Qualität besteht in dem! Setzen, Aufheben oder Beschränktsetzen. Die Urtheile ihrer Form nach sind daher! positiv,.negativ und limitirt, und die logische Qualität der Urtheile beruht sonach in( dem Verhältnisse des Prädicats, d. i. der Aussage zum Subjectbcgriff. Unter! Quantität wird überhaupt verstanden die Eigenschaft eines Dinges, vermöge> deren cs vermehrt und vermindert und nach einem angenommenen Maße (einerEinheit) bestimmt werden kann; kurz, daß es ein Quantum (Größe überhaupt) ist.Die Quantität durch Zeit versinnlicht gibt Zeitreihe; eine bestimmte Größe in derZeit ist die Zahl, insofern man sich eine successive Wiederholung von Einheiten^ verstellt. Eine Größe, welche successiv von Theil zu Theil aufgefaßt wird, ist eineextensive; eine Größe, welche auf einmal aufgefaßt wird, ist ein Grad oder eine in-tensive Größe. Eine sowol extensive als intensive Größe ist continuirlich. DieQuantität (oder Größe) der Urtheile insbesondere bezieht sich auf den theilweiscnoder ganzen Umfang des Subjekts, von welchem sie gelten. Extensive Größe nen-nen die Logiker Größe des Umfangs (der Sphäre); intensive, Größe des Inhalts,d. i. der Merkmale eines Begriffs. Beide stehen im umgekehrten Verhältnisse. --Quantitativ, derGrößenach. Qualitativ, der Beschaffenheit nach. —(Vgl. auch Prosodie.)
! Quandt (Johann Gottlob v.), als Kunstkenner und Schriftsteller in,kunstgeschichtlichen Fache rühmlich bekannt, lebt zu Dresden, wo er durch lehrreicheMirtheilung seiner mit echtem Kunstsinn angelegten Sammlungen sich um Kunst-genoffen und Kunstfreunde sehr verdient macht. Er ist geb. zu Leipzig den 9. April1787, und war anfangs für dieHandlung bestimmt. Sein Vater, Joh. Gotil. Q.,besaß nämlich die durch dessen Großvater, Joh.Gottfr. Quandt und Lhorbeck, amEnde des 17. Jahrh. von Amsterdam nach Leipzig verlegte und vom Sohne, Job.Gottl. Q., fortgeführte große Tabackshandlung. Damals ward auch von demStifter dieses Hauses der jetzige Quandt'sche Hof, bekannt durch ZachariaS's Re-nommisten, u. d. N. des Iotischen Hofes, in Leipzig erbaut. Au der mit der Hand-
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