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8 (1830) O bis Q
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940 Pygmäe» Pyramiden

Pygmäen, ein fabelhaftes Zwergenvolk, welches die Alten an die Quel-len des Nils, Andre nach Indien versetzten. Schon Homer flngt von ihnen, daßdie Kraniche sie mit Tod und Verderben bedrohten. Diese Erzählungen wurdenvon Spätem noch mehr ausgcführt. Nach Plinius waren ihre Städte und Hau-ser nur von Eierschalen gebaut; ihr Getreide schnitten sie nach Philostrat mit Bei-len ab, als ob sie Baume fällen wollten. Derselbe spricht von einem Pygmäen-heere, welches den nach der Niederlage des Antäus eingeschlafenen Hercules an-griff. Sie machten dazu Anstalten, als ob sie eine Stadt belagern wollten. AberHercules erwachte, lächelte über die kleinen Wesen, wickelte sie in seine Löwenhautund trug sie zum Eurystheus.

Pygmalion, Beherrscher von Cypern, haßte die Weiber seines Landeswegen ihrer Ausschweifungen. Als ein geschickter Bildner hatte er einst nach Ovid(.Vletam. X. 243) eine weibliche Statue aus Elfenbein gefertigt, deren Schön-heit ihn so entzückte, daß er von Liebe für sein eignes Werk entbrannte und die Ve-nus bat, dasselbe zu beseelen. Seine Bitte ward erfüllt. Die Statue begannvor seinen Augen und unter seinen Umarmungen zu athmen und zu leben. Siewurde seine Gemahlin, und er zeugte mit ihr den Paphos, den nachmaligen Er-bauer der Stadt gl. N. Rousseau hat diesen Stoff dramatisch bearbeitet. Einandrer Pygmalion ist der Bruder der Dido, König von Tyrus und Sidon.

Pyiades, Sohn des Stcophius, Königs in Phocis, und der Anaxibia,Schwester Agamrmnon's, berühmt durch s. Freundschaft mit O re st (s. d.), ver-mählte sich mit dessen Schwester Elektra und zeugte mit ihr den Medon und Stro-phiuS.

Pylos, des Nestor Residenz (daher der pylische Nestor), lag in Elis (jetztNavarin (s. d.), ist aber mit dem Pylos (Eliakos) nicht zu verwechseln, wel-ches gleichfalls in Elis lag und des Augias Residenz war. Ein drittes Pylos lag inMessenien, auch im Peloponnes, welches Einige, namentlich Pindar, für dasNestorische hielten.

Pyramide, ein geometr. Körper, begrenzt von einer ebenen, geradlini-gen Figur, als Grundfläche, und so vielen in einem Punkte zusammenstoßendenDreiecken, als die Grundfläche Seiten hat. Der körperliche Inhalt einer Pyra-mide ist gleich dem dritten Theile eines Prisma, das mit ihm gleiche Grundflächeund Höhe hat, und ihr körperlicher Inhalt wird gefunden, wenn man die Grund-fläche mit dem dritten Theile der Höhe multiplicirt. Wegen der übrigen Eigen-schaften der Pyramide vgl. man die Lehrbücher. Pyramidalzahlen, s.Figurirte Zahlen.

Pyramiden, in der Architektur, kolossale Bauwerke der alten Ägypter.Nach Herodot betrachtete dieses Volk die pyramidische Form als ein Sinnbild desmenschlichen Lebens. Der breite Fuß bedeute den Anfang, und das Ausammen-laufen in einen Punkt das Ende unsers Daseins in dem gegenwärtigen Zustande;weßhalb sie solche auch bei Begräbnissen anwendeten. Einige Schriftsteller leitendas Wort Pyramide von Weizen, Getreide, ab und verstehen darunter

entweder Kornbehältnisse, dergleichen der Patriarch Joseph erbaut haben soll, oderdenken an Mp, Feuer, weil die Gestalt der Pyramide einer aufsteigenden Flammegleicht. Wahrscheinlich stammt der Name von einem altägyptischen Worte ab.Einige leiten cs von Piramue, Sonnenstrahl, Andre von Pirama, das hoheDenkmal, ab. Die ägyptischen Pyramiden (denn auch bei den Babyloniern, In-diern und Mexikanern finden sich ähnliche Gebäude) sind große, viereckige, inwen-dig nicht dichte, von einem breiten Fuße allmälig in schiefer Richtung spitziger zu-laufende, theils sich in eine völlige Spitze, thcils in eine ebene Fläche endi-gende , meist aus großen, nicht sehr harten Kalksteinen (seltener aus Ziegeln oderandern Sleinen) verfertigte, auswendig bekleidete Gebäude, von verschiedener, ge-